Fluggesellschaften
Osteuropas Airlines sind Ladenhüter

Osteuropas Fluggesellschaften werden von der Krise eingeholt. Ob in Tschechien, der Slowakei oder in Kroatien – fast überall wiederholt sich dasselbe Problem: Die Krise hat zu einem massiven Passagierrückgang geführt, der dadurch ausgelöste Preiskampf führt zu weiteren schmerzlichen Umsatzverlusten. Auch an anderen Fronten hakt es bei den Airlines.

WIEN. Osteuropas Airlines sind zudem eher klein und haben wenig eigene Reserven, die Krise wirkt sich für sie umso stärker aus. Unter den Problemen im Osten leidet auch Austrian Airlines (AUA). Das Unternehmen aus Wien ist mit einem flächendeckenden Streckennetz in Osteuropa vertreten. Ende vergangener Woche hat die EU die Übernahme der finanziell ausgedörrten AUA durch die Deutsche Lufthansa endgültig durchgewunken.

„Es ist ein tödlicher Mix“, beschreibt Petr Pistelak, Marketing-Vorstand der tschechischen Airline CSA die Situation in der Branche. Kleineren Fluggesellschaften wie der CSA fehlten trotz staatlicher Rückendeckung die Rücklagen, um die einschneidende Krise dieses Jahres durchstehen zu können. Der Umsatz der CSA ist in den ersten sechs Monaten im Vergleich zu 2008 um ein knappes Drittel auf umgerechnet 341 Millionen Euro geschrumpft, in den Büchern steht ein Verlust von 70 Millionen Euro. Der Umsatz von Croatia Airlines ist um neun Prozent auf 105 Millionen gefallen, zum Halbjahr schreibt die Airline einen Verlust von 4,7 Millionen Euro.

Um überlebensfähig bleiben zu können, kommt eine Fluggesellschaft wie die CSA um ein drastisches Sparprogramm nicht herum. Etwa 900 von rund 4 500 Stellen werden gestrichen, etliche Flugzeuge stillgelegt. Für die Tschechen gilt Prinzip Hoffnung: Dass nämlich in der zweiten Jahreshälfte die Krisenfolgen nachlassen und der Verlust in den nächsten Monaten kleiner ausfallen wird. In Polen sind die Aussichten allerdings düster. „Das Schlimmste haben wir noch vor uns“, sagt Sebastian Mikosz, Chef der staatlichen Gesellschaft Lot. Die Polen erwarten, dass die Passagierzahlen im Winter noch einmal abnehmen werden. Die Regierung hat die Privatisierung der Lot erst einmal auf die lange Bank geschoben – als kriselnde Airline ist die Lot für eine Übernahme weniger interessant geworden. Auch in Prag hakt die Privatisierung der CSA, nachdem vor zwei Wochen Air France aus dem Bieterrennen ausgestiegen ist.

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