Fluggesellschaften
Qantas sendet Notruf für die Luftfahrt

Qantas hat ihre Gewinnerwartungen drastisch zurückgeschraubt. Aufgrund der Probleme plant die australische Fluggesellschaft, die Abnahme von vier der 16 bestellten A380 von der EADS-Tochter Airbus zurückstellen. Aber auch Boeing bekommt sein Fett weg.

FRANKFURT. Ein desolates Halbjahresergebnis sowie ein trüber Ausblick der australischen Fluggesellschaft Qantas haben gestern kurzfristig neue Schockwellen in die Luftfahrtindustrie geschickt. „Das dürfte auch negativ auf die Lufthansa-Titel ausstrahlen“, hieß es zunächst an der Frankfurter Börse. Im Laufe des Vormittags setzte sich jedoch die Meinung durch, dass der Einbruch bei Qantas stark durch unternehmensspezifische Gründe getrieben ist. Die Aktien von Rivalen wie Lufthansa und Air France-KLM konnten sich dem Negativsog entziehen und stiegen zum Teil kräftig.

Die größte australische Airline hatte gestern die Investoren auf den zweiten Halbjahresverlust seit dem Börsengang im Jahr 1995 vorbereitet. Danach erwartet die Qantas-Spitze einen Vorsteuerverlust von fast 190 Mio. australischen Dollar (umgerechnet knapp 104 Mio. Euro), nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 137 Mio. Dollar in den Büchern gestanden hatte. Im gesamten Jahr werde das Vorsteuerergebnis um über 90 Prozent auf 100 bis 200 Mio. Dollar fallen.

Vor allem zwei Informationen der Australier führten branchenweit zunächst zu erhöhter Nervosität. Zum einen ist das die rasante Talfahrt in der zweiten Jahreshälfte, die sich zuletzt offenbar noch beschleunigt hat. Bereits seit längerem wird heftig darüber diskutiert, ob die Fluggesellschaften ausreichend auf diesen auch für die zyklische Luftfahrt außergewöhnlichen Absturz reagieren. „Die Fluggesellschaften können ihre Kapazitäten derzeit gar nicht schnell genug an die Marktsituation anpassen“, warnte jüngst Giovanni Bisignani, der Chef des Weltluftfahrtverbandes IATA.

Zum anderen fehlen Qantas vor allem in Business- und First-Class die Passagiere. So ist die Nachfrage nach Premium-Tickets auf den bislang gut laufenden „Rennstrecken“ etwa nach Los Angeles und London um bis zu 20 Prozent eingebrochen. Gerade mit den Top-Kunden aber verdienen die Airlines in der Regel ihr Geld. Geht hier die Nachfrage in der wichtigen Sommersaison weiter herunter, droht vielen Airlines neues Ungemach.

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