Fluggesellschaften
SAS findet Käufer für Verlusttochter Spanair

Die skandinavische Fluggesellschaft SAS trennt sich von ihrer defizitären Tochter Spanair. Das Unternehmen habe eine vorläufige Übereinkunft über einen Verkauf der Mehrheit an ein spanisches Investorenkonsortium erzielt, teilte SAS am Donnerstag mit.

HB STOCKHOLM. Die Fluggesellschaft selbst werde weiterhin Anteilseigner bleiben. Mit dem Verkauf von Spanair hat SAS eine wesentliche Hürde bei der Suche nach einem Käufer beseitigt.

Die andauernden Verluste der spanischen Tochter waren Kreisen zufolge ein wichtiger Grund für den Abbruch der Fusionsgespräche zwischen der Deutschen Lufthansa und SAS. Die spanische Investorengruppe, die die Mehrheit an Spanair übernehmen will, wird unter anderem von dem Finanzinvestor Catalana d'Iniciatives angeführt. Ein endgültiger Kaufvertrag soll Ende Januar unterzeichnet werden.

SAS wollte sich seit Jahren von Spanair trennen, hatte jedoch lange keinen Abnehmer gefunden. Der Crash einer Spanair-Maschine beim Start in Madrid im August, bei dem 154 Menschen ums Leben kamen, hatte die Lage noch verschärft. Anfang Dezember hatte schließlich der britische Investmentfonds First Mile Investment (FMI) angekündigt, ein Angebot für Spanair zu prüfen. FMI werde seine Bemühungen fortführen, teilte der Fonds am Donnerstag mit.

Die Lufthansa hatte nach Informationen aus Branchenkreisen über den Sommer exklusive Gespräche über eine Übernahme von SAS geführt. Die deutsche Airline wollte sich am Donnerstag zu dem Verkauf von Spanair nicht äußern. Einem Zeitungsbericht zufolge nimmt Lufthansa, die wie SAS im Bündnis Star Alliance ist, nun einen zweiten Anlauf zur Übernahme der zur Hälfte den Ländern Norwegen, Dänemark und Schweden gehörenden Fluggesellschaft.

Nach Informationen aus Kreisen hat eine Beteiligung an der neuen Alitalia für Lufthansa jedoch weiterhin Priorität. Diese sei für Lufthansa aufgrund der zahlreichen Interkontinentalverbindungen und der wichtigen Industrieregion in Norditalien die attraktivere Option. Zudem sei die neue Alitalia bereits saniert, während dieser Schritt bei der Verluste schreibenden SAS noch bevorstehe. Firmenchef Wolfgang Mayrhuber hatte mehrmals betont, dass der italienische Markt für Lufthansa sehr attraktiv sei.

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