Fluggesellschaften
Turbulenzen im Lufthansa-Netzwerk

Der weltweite Abschwung geht an den Partnern der Lufthansa nicht spurlos vorbei. Ganz im Gegenteil. Ob in Kanada oder Brasilien, die mit Lufthansa liierten Fluggesellschaften fliegen durch heftige Turbulenzen. Nur in Österreich deutet sich zumindest in einem Punkt eine Entspannung an.

HB BERLIN. Die Verluste schreibende österreichische Fluggesellschaft Austrian Airlines Group stemmt sich mit einem weiteren Sparpaket gegen die Krise. Das vor einem Verkauf an die Lufthansa stehende Unternehmen einigte sich am Donnerstag mit seinem Flugpersonal für die Dauer von einem Jahr auf Kurzarbeit für die rund 2000 Flugbegleiter, einen Gehaltsverzicht bei den rund 1000 Piloten und eine befristete Reduzierung der Pensionskassenbeiträge. Der Abschluss des Pakets sei "ein wesentlicher Meilenstein in der Krisenbewältigung", erklärten die Vorstände Peter Malanik und Andreas Bierwirth. Die Zustimmung der Belegschaft zu den Einschnitten steht allerdings noch aus. Die AUA hat im vergangenen Jahr einen Verlust von über 400 Mio. Euro eingeflogen und einen Schuldenberg von knapp einer Milliarde Euro angehäuft. Seit Jahresbeginn brechen zudem die Buchungen stark ein. Die EU-Wettbewerbshüter müssen der von der Lufthansa angestrebten Übernahme noch zustimmen.

Die Lufthansa-Partnerin Air Canada steht nach Einschätzung von Experten vor dem Konkurs. Um in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise zu überleben, müsse die größte Fluggesellschaft Kanadas Flotte und Streckennetz drastisch verkleinern und werde dies kaum ohne die Beantragung eines Gläubigerschutzes schaffen, warnte der Analyst Jacques Kavafian von Research Capital am Donnerstag. Auch Tom Varesh von CanaccordAdams rechnet mit einem solchen Schritt. Die Entscheidung werde aber erst nach der Vorlage der Unternehmensergebnisse fürs zweite Quartal Anfang August fallen, sagte er. Den Angaben zufolge muss die Fluggesellschaft 1,6 Mrd. Dollar Kosten einsparen und ihre Flugstrecken national wie international um mehr als 50 Prozent reduzieren. Air Canada gehört dem von der Lufthansa angeführten Bündnis Star Alliance an. Die Luftfahrtbranche leidet im Abschwung vor allem unter einem spürbaren Rückgang der Geschäftsreisen.

Bereits Ende hatte die brasilianische Fluggesellschaft Tam im vergangenen Jahr Verluste in Höhe von 1,3 Milliarden Reais (rund 433 Millionen Euro) verbuchen müssen. Als Hauptgrund für die roten Zahlen nannte die Airline, die Lufthansa-Partner ist und 2010 dem Star-Alliance- Bündnis beitreten soll, am Dienstag in São Paulo den gestiegenen Dollar-Kurs und hohe Kosten für Hedge(Sicherungs)-Geschäfte mit Kerosin. 2007 belief sich der Gewinn bei Tam noch auf 467 Millionen Reais (155,6 Millionen Euro). Vergangene Woche hatte bereits der stärkste Tam-Konkurrent, die brasilianische Fluggesellschaft Gol, für 2008 einen Verlust in nahezu der gleichen Höhe gemeldet.

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