Fluggesellschaften
United Airlines findet keinen Fusionspartner

Die zweitgrößte amerikanische Fluggesellschaft tritt auf der Stelle: Nach dem geplatzen Bündnis mit Continental Airlines sollen jetzt auch die Gespräche mit US Airways gescheitert sein. Der Aktienkurs der Airline hat in den vergangenen Monaten um mehr als 80 Prozent nachgegeben.

NEW YORK. Die zweitgrößte amerikanische Fluggesellschaft United Airlines kommt in ihren Bemühungen zur Konsolidierung des krisengeplagten US-Luftverkehrs keinen Schritt voran. Nach dem geplatzten Bündnis zwischen United und dem Rivalen Continental Airlines seien jetzt auch die Fusionsgespräche mit US Airways im Sande verlaufen, berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf Verhandlungskreise. Sowohl United Airlines als auch US Airways sind Partner in dem von Lufthansa angeführten Flugverbund Star Alliance.

Nach Bekanntgabe der Fusion von Delta und Northwest Airlines war in der Branche erwartet worden, dass sich auch andere US-Fluglinien unter dem Druck steigender Verluste rasch zusammenschließen. Wenn die wirtschaftsfreundliche Bush-Regierung im Weißen Haus abtrete, werde das Fenster für Fusionen von den Kartellbehörden womöglich geschlossen, hieß es zur Begründung.

Die in unvorstellbare Dimensionen gestiegenen Kerosinkosten sowie heftig opponierende Gewerkschaften durchkreuzen jedoch alle Pläne zur Konsolidierung. In den vergangenen Wochen hatten sich bereits die Pilotenorganisationen von United Airlines und US Airways an die Öffentlichkeit gewandt und vor einer Fusion gewarnt. Inzwischen überwiege denn auch die Skepsis, dass im Fusionsfall mit Blick auf die komplexen Tarifwerke kaum weitere Einsparungen zu erzielen seien, schreibt die „New York Times“.

Die Branche versucht jetzt, die durch den hohen Ölpreis verursachte finanzielle Schieflage mit rasanten Preiserhöhungen in Balance zu bringen. Investoren glauben aber kaum mehr daran, dass die wieder schwer angeschlagenen US-Linien den Sturm überstehen können. Die Aktienkurse der Lufthansa-Partner United und US Airways sind in den vergangenen Monaten mehr als 80 Prozent abgestürzt.

Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland
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