Fluggesellschaften
Vierer-Bündnis für Ferien- und Billigflieger

In der deutschen Luftverkehrsbranche werden die Karten neu gemischt - mal wieder. Die Absicht des Dortmunder Unternehmers Albrecht Knauf, Mitglied der milliardenschweren Familie um den Baustoffhersteller Knauf Gips, seine Mehrheit an der Regionalfluggesellschaft Eurowings an den Minderheitspartner Lufthansa zu verkaufen, macht in der Luftfahrt neue Konstellationen vorstellbar.

DÜSSELDORF. Im Falle eines Verkaufs von Eurowings könnte aus zwei ursprünglich anvisierten Zweier-Bündnissen ein Viererbündnis werden.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" haben Berater von Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber ein Modell entwickelt, in dem die Low-Cost- und Ferienfluggesellschaften Condor, Eurowings, Germanwings und Tuifly in ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa und den beiden Touristikkonzernen Tui und Thomas Cook, Tochter von Arcandor, eingebracht werden.

Auf diese Weise würde Lufthansa verhindern können, dass sie selbst bei einem Erwerb der Knauf-Mehrheit an Eurowings diese als eigene Mehrheit im Konzern bilanzieren und den Eurowings-Beschäftigten die höheren Lufthansa-Gehälter zahlen müsste. In dem Bericht, den weder Lufthansa noch Tui kommentierten, heißt es weiter, ein solches Gemeinschaftsunternehmen könne bis Jahresende vereinbart werden.

Die Bemühungen um eine Konsolidierung der Luftfahrt kamen bisher nicht voran. Seit fast einem Jahr verhandeln Lufthansa und Tui ohne greifbares Ergebnis über ein Zusammengehen der Eurowings-Tochter Germanwings und Tuifly. Kürzlich erklärte Peter Long, Chef der in London notierten Tui Travel, die Verhandlungen könnten dieses Jahr erfolgreich abgeschlossen werden. Lufthansa kommentierte das zwar nicht, doch Unternehmenskreise sagten, dass Long nicht nur Zweckoptimismus geäußert hatte.

Branchenexperten waren sich aber da schon einig darin, dass aus der ursprünglichen Zweierlösung Germanwings/Tuifly ein auch schon früher diskutiertes Dreierbündnis unter Beteiligung der Condor werden müsste. An ihr ist Lufthansa mit 25 Prozent beteiligt; mehrheitlich gehört sie Thomas Cook. Der wollte Condor eigentlich an Air Berlin verkaufen, die nach Lufthansa zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft.

Doch Cook und Air Berlin verabschiedeten sich im Juli von dem Plan. Die Gründe dafür waren Kartellamts-Bedenken und wachsende Nöte der Air Berlin, die vor dem Hintergrund der hohen Kerosinpreise bei der Übernahme der Ferienfluggesellschaft LTU in Turbulenzen geraten war. Am Kartellamt, so jetzt ein Air-Berlin-Sprecher, würde sicher auch das anvisierte Viererbündnis scheitern.

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