Flughäfen
Grünes Licht für Ausbau von Schönefeld erwartet

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird morgen voraussichtlich das jahrelange Hick-Hack um die Zukunft der Berliner Flughafen-Infrastruktur beenden. Prozessbeobachter und Luftfahrtexperten erwarten, dass die Richter grünes Licht für den milliardenschweren Ausbau des einstigen DDR-Zentralflughafens Schönefeld geben – möglicherweise mit verschärften Lärmschutz-Auflagen.

DÜSSELDORF. Sollte der 4. Senat so urteilen, wird im Süden der Stadt bis 2011 für ein Investitionsvolumen von etwa zwei Milliarden Euro der neue Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) entstehen. Geplant ist ein Flughafensystem mit zwei getrennten Start- und Landebahnen, die unabhängig voneinander betrieben werden können. Zunächst ist der Flughafen für eine Jahreskapazitätvon 22 Millionen Fluggäste ausgelegt. Sollte die Nachfrage steigen, sehen die Planungen einen Ausbau von bis zu 40 Millionen Reisenden vor.

Das morgige Urteil sei „die große Entscheidung, auf die wir seit zehn Jahren warten“, sagte ein Sprecher der Berliner Flughäfen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte im Vorfeld bereits geäußert, dass er mit einem deutlichen Ja der Richter zum Bau des BBI rechne. Auch die im Bürgerverein Brandenburg Berlin vereinten Flughafengegner erwarten offenbar keine Ablehnung des Projektes. Sie hoffen auf verbesserte Lärmschutz-Auflagen, die ohne den Prozess wahrscheinlich nicht gekommen wären, erklärte der Vereinsvorsitzende Ferdi Breidbach.

Rund 4000 Anwohner am Flughafen Schönefeld haben gegen den Planfeststellungsbeschluss für das Projekt geklagt. Das Bundesverwaltungsgericht hatte vier Musterklagen mit rund 120 Klägern ausgewählt, um das Verfahren zu vereinfachen. In einem neuntägigen Verhandlungsmarathon waren Anfang Februar vor Gericht die Argumente erneut und mit Heftigkeit ausgetauscht worden.

Im Wesentlichen geht es in dem Verfahren um zwei Grundsatzfragen. Zum einen um die prinzipielle Standortfrage und zum anderen um den Umfang des Lärmschutzes. Die Schönefeld-Gegner hätten den Großflughafen gerne im 40 Kilometer südlich gelegenen Sperenberg gesehen. Dort seien weniger Menschen von dem Projekt betroffen, ist ihr Argument.

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