Flughäfen wappnen sich gegen Terror: Wenn die Waffe die Gepäckkontrolle passiert

Flughäfen wappnen sich gegen Terror
Wenn die Waffe die Gepäckkontrolle passiert

Nach dem Terror in Frankreich ist auch Deutschland „Teil eines konkreten Gefahrenraums“. Die Kontrollpannen hierzulande erhalten dadurch neue Brisanz. Doch nicht alle plädieren für mehr Sicherheitschecks – im Gegenteil.
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DüsseldorfDie Kontrollen, die den Flugverkehr sicherer machen sollen, sind nicht sicher. Das ist spätestens seit Dezember bekannt. Verdeckte EU-Prüfer hatten an deutschen Flughäfen Sicherheitsmängel festgestellt. Sie kamen mit Waffen und potenziellen Zündern durch die Passagierkontrollen. In Frankfurt fielen die gefährlichen Gegenstände bei der Hälfte der Stichproben gar nicht oder nur unvollständig auf.

Am Dienstag haben diese Ergebnisse eine neue Brisanz bekommen: Das Bundeskriminalamt gab bekannt, dass es zwar keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne in Deutschland gebe. Doch das Bundesgebiet sei nach den Terroranschlägen auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ in Frankreich „Teil eines konkreten Gefahrenraums“.

Auch Flughäfen sind davon betroffen. „Es besteht immer eine latente Bedrohung“, sagte ein Sprecher des Berufsverbands Cockpit dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Je mehr Konflikte es gebe, desto eher steige die Gefahr. Schließlich sei es „sehr spektakulär“, wenn Flugzeuge getroffen oder Teil eines Anschlags würden. Der 11. September 2001 oder die Entführung der Landshut-Maschine 1977 sind dafür nur zwei Beispiele, die die Geschichte geprägt haben.

Die Flughäfen treten dieser abstrakten Bedrohung mit Sicherheitskontrollen entgegen. Besonders seit 2001 haben sie die Maßnahmen noch einmal deutlich verschärft. Seit einem versuchten Anschlag in London mit Flüssigkeiten dürfen Passagiere nur noch höchstens zehn Behälter mit Flüssigkeit à 100 Milliliter im Handgepäck mitführen. Für die Sicherheitsunternehmen an Flughäfen bedeutet dies vor allem eins: Stress. Schließlich müssen alle Fluggäste kontrolliert werden. Allein 2013 zählten die deutschen Airports rund 200 Millionen Passagiere, Tendenz weiter steigend.

Doch was passiert, wenn diese Sicherheitskontrollen nur in jedem zweiten Fall funktionieren – wie bei den Stichproben in Frankfurt im November?

Nach Angaben der Bundespolizei haben die Verantwortlichen „noch am Tag des Bekanntwerdens auf dieses Ergebnis reagiert und gemeinsam mit den Sicherheitsunternehmen und dem Flughafenbetreiber eine umfassende Ursachenanalyse begonnen“, so ein Sprecher. Der Bundespolizei zufolge, die die Gepäck- und Passagierkontrollen an deutschen Flughäfen koordiniert, erhöhten die Verantwortlichen auch die Quote der Nachkontrollen, um solche Fehler künftig zu vermeiden.

Was die Mängel genau für die Sicherheit des deutschen Flugverkehrs bedeuten, dazu macht die Bundespolizei nur allgemeine Angaben. Sie veranlasse „die geeigneten Maßnahmen auf Basis einer umfassenden Beurteilung der Sicherheitslage“, heißt es. Auch dazu, wie der Terroranschlag auf „Charlie Hebdo“ die Sicherheit in Flugzeugen der Bundesrepublik beeinflusst, kann sich die Behörde „aus einsatztaktischen Gründen grundsätzlich nicht detaillierter“ äußern. Nur so viel verrät sie: Die Gefahr eines Anschlags in Deutschland bleibt unverändert hoch, aber abstrakt.

Kommentare zu " Flughäfen wappnen sich gegen Terror: Wenn die Waffe die Gepäckkontrolle passiert"

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  • Alle "Terroristen" und Geiselnehmer tot und ein Ermittler auch – das ist praktisch.
    Denn so muss es ja auch keine ordentlichen Ermittlungen, keinen Prozess und keine Beweise geben: Keine Beweise für den Ablauf des Attentats auf Charlie Hebdo am 7. Januar 2015, keine Beweise für die Täterschaft der Kouachi-Brüder, keine Beweise für den Ablauf in dem jüdischen Supermarkt - gar nichts.

    Das Drehbuch der Sicherheitskräfte wird nun zur allein gültigen Wahrheit.
    Die Lynchjustiz setzte sich durch. Wie sagte doch der französische Innenminister: »Es läuft ein Einsatz, um die Verantwortlichen des feigen Attentats vor zwei Tagen zu neutralisieren«

    Falsch Flagge Operation gelungen - Alle tot.

    Wie oft haben wir das schon erlebt. Zahlreiche Amokläufe und Terroranschläge der letzten Jahre endeten immer wieder mit dem Tod des oder der Täter(s). Der Vorteil liegt auf der Hand: Die jeweilige Version der Sicherheitsbehörden und der Lügenmedien muss sich keinem Gerichtsverfahren und keinen kritischen Fragen eines Angeklagten oder Anwalts stellen.

    Wer mehr über Terror im Namen des Staates erfahren möchte, sollte Bücher des ehemaligen Bundestagsabgeordnete und Bundesminister Andreas von Bülow lesen.

  • Zwei "islamistische" Brüder verüben angeblich einen Anschlag, fliehen im Auto, liefern sich eine Schießerei mit der Polizei.

    Die Lügenmedien haben ihr Urteil schon gefällt: Die beiden flüchtigen Brüder Sharif, 32, und Said, 34, Kouachi seien "Massenmörder", hieß es am 9.01. in einem Bericht von N24.

    Am 7.01. sollen die beiden die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo überfallen und dabei 12 Menschen erschossen haben.

    Doch wer da wirklich fliehte und warum, ist überhaupt nicht sicher!

    Vom Tatort in der Charlie-Hebdo-Redaktion gibt es keine forensischen Informationen!

    Über den gesamten Ort des Geschehens herrscht Stillschweigen: Keine Erkenntnisse, keine Obduktionsberichte der Opfer - nichts!

    Über die Tatortarbeit und Spurensicherung dringt nichts nach außen.

    Findet sie überhaupt statt?

    Wird ein Prozess stattfinden?

    Darf man solche Fragen im neuen Mittelalter nach dem 11.9. überhaupt stellen, oder liefert man sich damit ebenfalls dem Lynchmob aus Lügenmedien und Staatsmafia aus?

    Wie sagte doch Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve: "Es läuft ein Einsatz, um die Verantwortlichen des feigen Attentats vor zwei Tagen zu NEUTRALISIEREN" (tagesschau.de, 9.1.2015).

    Mit anderen Worten geht es um die Todesstrafe ohne Urteil!

    Das beweist, dass die "Sicherheitsbehörden" genau das tun, was sie anderen vorwerfen.

    Die einzige Verbindung zwischen dem Anschlag und den beiden Brüdern scheint auch Tage nach der Tat lediglich der Ausweis zu sein, der in einem Fluchtauto angeblich "vergessen" wurde.

    Die Toten dürfen ohne Urteil als schuldig gelten. Im Fall der angeblichen Charlie-Hebdo-Killer ist die Sache sogar noch einfacher. Denn auch Angehörige, die sich beschweren könnten, gibt es in diesem Fall nicht. Jedenfalls keine Eltern: Vater und Mutter von Said und Sharif Kouachi sind schon lange tot, die beiden wuchsen in Kinderheimen auf.

  • Droht jetzt der Überwachungsterror durch die Staatsmafia?

    In seiner Analyse "10 Strategien der Manipulation" zeigt der französische Autor Sylvain Timst auf satirische Weise, wie eine Gesellschaft manipuliert werden kann, ohne dass eine kritische Masse an Menschen in dieser Gesellschaft dies realisiert.

    In einer Zeit in der viele Bürger von der "plötzlich" anwachsenden Brisanz politischer und wirtschaftlicher Verwerfungen überrascht sind, ist es besonders wertvoll, Timsits Einsichten zu verinnerlichen.

    S. Timsit zeigt auf, wie das System beeinflusst wird und welche Informationen wir für relevant halten. Da Information immer zu Wahrnehmung führt und Wahrnehmung die Grundlage jeden Handelns ist.

    Erzeuge Probleme und liefere die Lösung.

    Diese Methode wird die "Problem-Reaktion-Lösung" genannt.
    Es wird ein Problem bzw. eine Situation geschaffen, um eine Reaktion bei den Empfängern auszulösen, die danach eine präventive Vorgehensweise erwarten. Verbreite Gewalt oder zettle blutige Angriffe an, damit die Gesellschaft eine Verschärfung der Rechtsnormen und Gesetze auf Kosten der eigenen Freiheit akzeptiert.

    Die wahren Hintergründe dieses Mordanschlags müssen ermittelt werden. Es ist aber auffällig, dass jetzt schon wieder – wie auch am 11.September 2011 – ein Pass im Auto "gefunden" wurde, der angeblich auf die "richtige" Spur von Ai Kaida-Kämpfern und Dschihadisten führte.

    Wirklich?

    Wer steckt hinter dem Anschlag?

    Will man mit solchen Mordanschlägen nur die Gesellschaft spalten und die Freiheitsrechte abschaffen?

    Es ist der falsche Weg mit Gesetzen zu reagieren, die mehr “Sicherheit” vorgaukeln, aber letztlich nur die Freiheit einschränken.

    Wir sollten großen Respekt vor den Worten des damaligen norwegischen Ministerpräsidenten Stoltenberg haben, der nach dem Anschlag von Oslo und den Morden von Utøya sagte: „Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.”

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