Flughafen Frankfurt

Erster Ryanair-Linienflug startet mit Verspätung

Mit 19 Minuten Verspätung ist der erste Linienflug von Ryanair aus Frankfurt in Richtung Mallorca abgehoben. Bis September möchte der Billigflieger seine Flotte dort ausbauen. Das sorgt weiter für Kritik.
Update: 28.03.2017 - 14:59 Uhr Kommentieren

Ryanair will zehn Millionen Passagiere von Frankfurt befördern

Ryanair will zehn Millionen Passagiere von Frankfurt befördern

Frankfurt/MainDer irische Billigflieger Ryanair hat seinen Linienbetrieb vom Hauptdrehkreuz der Lufthansa in Frankfurt aufgenommen. Mit einer leichten Verspätung von 19 Minuten ist am Dienstagmorgen eine nahezu voll besetzte Boeing 737-800 nach Mallorca gestartet, wie der Flughafenbetreiber Fraport auf Anfrage berichtete. Der Billigflieger hat zunächst nur zwei Jets am Heimatdrehkreuz der Lufthansa stationiert, das er lange wegen zu hoher Gebühren gemieden hatte. Zunächst werden täglich vier Urlaubsziele in Spanien und Portugal angeflogen.

Auch mit Hilfe des umstrittenen Fraport-Rabattprogramms für Neukunden soll die Flotte aber zügig ausgebaut werden. Bereits ab September werden 21 Ziele angeboten. Ab Ende Oktober will Ryanair dann mit sieben Flugzeugen 24 Destinationen ansteuern, darunter auch viele, die eher für Geschäftsleute interessant sind. Die Lufthansa hat 190 Maschinen in Frankfurt stationiert und füttert an ihrem Drehkreuz die Langstreckenflieger mit hunderten Zubringerflügen.

Lufthansa und andere Fluggesellschaften haben mit scharfer Kritik auf das vom Land Hessen genehmigte Rabattprogramm reagiert, das im ersten Jahr einen Nachlass von 50 Prozent bei den Gebühren gewährt. In den beiden Folgejahren sinkt der Preisnachlass dann auf das Normalniveau. Die etablierten Airlines lehnen Rabatte auf bereits zuvor angebotene Verbindungen ab und fordern gleiche Preise auf gleichen Strecken. Lufthansa prüft eine Klage gegen Fraport. Zuletzt hatte Condor-Chef Ralf Teckentrup der Fraport vorgehalten, die Kapazität des größten deutschen Flughafens passgenau für die Bedürfnisse des neuen Wettbewerbers auszubauen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit stört sich am Ryanair-Beschäftigungsmodell für ihre Kollegen, das auch Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen in Koblenz ist. Danach mussten junge Ryanair-Piloten eine eigene Firma gründen und sich dann über Personaldienstleister als selbstständige Piloten an Ryanair vermitteln lassen.

Die VC will nach den Worten ihres Sprechers Markus Wahl mit den Sozialversicherungen, der Arbeitsagentur und der Bundesregierung klären, ob es sich hier um ein System der Scheinselbstständigkeit handelt. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum die vom Land Hessen beherrschte Fraport solche Beschäftigungsmodelle subventioniert“, sagte VC-Sprecher Wahl am Dienstag.

Das sind Europas größte Billigflieger
SunExpress
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Die 1989 gegründete türkische Airline hat eine Flotte von 64 Fliegern und erwirtschaftet jährlich 1,1 Milliarden Euro Umsatz. In Deutschland fliegt die Airline unter anderem Hannover, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig und München an.

Quelle: CAPA, Unternehmensangaben

Stand (Größe der Flotte): Mai 2016

Transavia
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Die niederländische Tochter von Lufthansa-Rivale Air France bietet seit dem 30. Mai zwölf innerdeutsche Flüge pro Woche zwischen München und Berlin-Schönefeld an. Insgesamt verfügt die Airline über 66 Flieger und setzt 1,1 Milliarden Euro im Jahr um.

Pegasus
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Zuletzt konnte der türkische Billigflieger beeindruckende Wachstumszahlen vorweisen. Zwischen 2005 und 2014 hat sich der Umsatz verdreifacht. Mittlerweile beträgt er 1,1 Milliarden Euro. Zehn Prozent der internationalen Flüge aus der Türkei gehen auf das Konto der Airline. Die Flotte besteht aus 67 Fliegern.

Wizz Air
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Die Ungarn haben die niedrigsten Kosten in Europa, die nach Ryanair höchste Gewinnmarge und in ihrer osteuropäischen Heimat wenig Konkurrenz. Allerdings verschreckt Wizz mit ihrem extremen Geizservice, bei dem selbst Handgepäck an Bord extra kosten kann und fliegt meist nur kleine Städte an. Trotzdem setzt Wizz mit 67 Flugzeugen 1,4 Milliarden Euro um.

Eurowings
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Die Lufthansa-Tochter hat von der wohlhabenden Mutter die Vielflieger und das starke Bonusprogramm geerbt. Dazu hat Eurowings nach der Mutter die wertvollsten Startzeiten im wirtschaftlich starken Deutschland. Die Flotte verfügt aktuell über 89 Flieger. Der Umsatz beläuft sich auf 1,9 Milliarden Euro.

Norwegian
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Die Skandinavier beherrschen mit Norwegen den wohlhabendsten Flugmarkt in Europa. Dazu haben sie die beste Risikostreuung. Das Problem: Die Airline ist außerhalb Skandinaviens oft zu klein und bestenfalls noch in Großbritannien und Teilen Spaniens eine bekannte Marke, nicht aber in Deutschland und Frankreich. Trotzdem setzen die Norweger mit 98 Flugzeugen 2,4 Milliarden Euro um.

Vueling
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Im extrem umkämpften spanischen Markt hat Vueling dank ihrer Heimat Barcelona noch die beste Stellung. Die Konzernmutter IAG mit British Airways (BA) lässt ihrer Billigtochter viel Freiheit. Dazu erflog sich Vueling dank Serviceneuerungen einen guten Ruf. Vueling ist trotz allem etwas klein und nur in Spanien, Italien und Frankreich bekannt. Den großen Sprung in die hochpreisigen Märkte in Nordeuropa hat die Linie bisher gescheut. Mit 105 Flugzeugen setzen die Spanier jährlich zwei Milliarden Euro um.

Ryanair hat stets erklärt, dass die Beschäftigungsmodelle den Gesetzen der Europäischen Union wie auch der Republik Irland entsprächen. Mit der Änderung des entsprechenden EU-Rechts im Jahr 2012 habe man auch den Grundsatz umgesetzt, dass das fliegende Personal in den Heimatländern ihrer Basen Steuern und Sozialabgaben zahlen muss. Das gelte auch für das Vertragspersonal der Personaldienstleister. Selbstverständlich zahle man für in Deutschland eingesetzte Kräfte hier den Arbeitgeberanteil in die Sozialkassen.

Die VC lehnt auch die neuen Arbeitsverhältnisse bei Ryanair ab, konnte bislang aber keine Tarifverhandlungen mit den wenig gewerkschaftsfreundlichen Iren aufnehmen.

  • dpa
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