Flughafen Frankfurt

Lufthansa-Chef warnt mögliche Hessen-Koalition

Die Hessen-CDU kann sich offenbar Einschränkungen beim Betrieb des Frankfurter Flughafens vorstellen. Lufthansa-Chef Christoph Franz warnt eine mögliche schwarz-grüne Koalition – und erhält unerwartete Schützenhilfe.
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Der scheidende Lufthansa-Chef Christoph Franz warnt die hessische CDU: „Wir sind der größte Arbeitgeber in Hessen und wollen dies auch bleiben“. Quelle: dpa

Der scheidende Lufthansa-Chef Christoph Franz warnt die hessische CDU: „Wir sind der größte Arbeitgeber in Hessen und wollen dies auch bleiben“.

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FrankfurtLufthansa-Vorstandschef Christoph Franz hat die CDU in Hessen vor Zugeständnissen an die Grünen beim Lärmschutz und Ausbau des Frankfurter Flughafens gewarnt. „Das ist die zentrale Drehscheibe unseres Konzerns in Frankfurt. Ich kann nur hoffen, dass uns das Leben hier nicht noch schwerer gemacht wird“, sagte Franz im Interview mit dem Handelsblatt (Interview im Kaufhaus der Weltwirtschaft).

Eine Ausweitung des Nachtflugverbots würde das komplexe Drehkreuz-System in Frankfurt in der heutigen Form in Frage stellen und das Geschäft der Lufthansa gravierend beeinträchtigen.

CDU und Grüne in Hessen sind mit Tempo in ihre Koalitionsverhandlungen gestartet. Die Grünen waren mit der Forderung nach weniger Fluglärm in den Wahlkampf gezogen. Sie wollen das Nachtflugverbot abends und morgens um je eine Stunde verlängern, so dass zwischen 22 und 6 Uhr keine Flieger starten oder landen dürften. Auch die Baupläne für ein drittes Terminal lehnen sie ab.

Die CDU, die im Flughafen den entscheidenden Wirtschafts- und Jobmotor Hessens sieht, hat ihnen inzwischen Zugeständnisse gemacht. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte vor Beginn der Verhandlungen am Montag dem Sender „HR-Info“ gesagt: „Der Betreiber Fraport muss prüfen, ob bei veränderten Flugbewegungen diese hohe Investition wirklich Sinn hat.“

Die Fluglärmgegner aus der Rhein-Main-Region hatten trotz der Zugeständnisse der CDU weitere Proteste angekündigt. Die Vorhaben blieben hinter dem Notwendigen zurück, erklärte das Bündnis der Bürgerinitiativen am Montag.

Die angedachten Entscheidungen hätten laut Franz weitreichende Folgen. „Wenn sich Schwarz-Grün für mehr Lärmschutz ausspricht und das Terminal Drei auf Eis legen will, dann wäre Wachstum nur in anderen Drehscheiben der Lufthansa-Gruppe möglich. Das wäre für Hessen nicht gut“, sagte Franz. Lufthansa investiere Milliarden in den Lärmschutz und leisere Flugzeuge. „Das Geld müssen wir auch verdienen können. Wir sind der größte Arbeitgeber in Hessen und wollen dies auch bleiben“, sagte Franz.

In seltener Einigkeit mit der Lufthansa kritisieren auch die Piloten eine mögliche Ausweitung des Nachtflugverbots. Der Wirtschaftsmotor Frankfurter Flughafen stottere schon jetzt, sagte Ilja Schulz, Präsident der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, am Montag. „Weitere Einschränkungen belasten die deutschen Fluggesellschaften zusätzlich und bedrohen erneut auch Arbeitsplätze von deutschen Piloten.“ Schulz warf Bouffier vor, zur Beschaffung einer Regierungsmehrheit die Stärkung des Luftverkehrs „leichtfertig zur Disposition zu stellen“.

Die Vereinigung Cockpit und das Lufthansa-Management waren im laufenden Jahr des Öfteren in Konflikte verwickelt. Zuletzt gerieten die Gewerkschaft und der Arbeitgeber aneinander, als die Lufthansa im September angekündigte, die Betriebsrenten zu kappen.

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17 Kommentare zu "Flughafen Frankfurt: Lufthansa-Chef warnt mögliche Hessen-Koalition"

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  • Ja,ja, fleissig demonstrieren gehen und dann ab in den Urlaub. Mit dem Flieger natuerlich! Ist ja so bequem, wenn man den Airport in der Naehe hat. Man hat ja nichts gegen den Flughafen; nein, schon gar nicht wenn man selbst die Maschine steigt, um am Zielort Geschaefte zu taetigen, die den eigenen Wohlstand sichern. Das bringt dann zuweilen sogar eine Vielfliegerkarte mit den entsprechenden Annehmlichkeiten ein. Aber wehe wenn der Feierabend kommt. Dann soll bitte absolute Ruhe am Himmel herrschen! Und die anderen, die dann das gleiche Recht fuer sich in Anspruch nehmen und geschaeftlich oder privat fliegen moechten? Egal, Hauptsache ICH habe meine Ruhe. Wo waren denn all die Demonstranten in den letzten 20 + Jahren, als bestimmte Gegenden nahezu rund um die Uhr von startenden und landenden Flugzeugen (inkl. US Militaermaschinen) beschallt wurden? Wo war denn da die Solidaridaet der Mitbuerger? Aber jetzt, da z.B. Frankfurt-Sachsenhausen, Offenbach-Westend oder Mainz-Oberstadt betroffen sind, da gehen die dort ansaessigen Urlaubs- oder Vielflieger auf die Barrikaden...

  • Alles Propaganda der Luftfahrtbranche. Der Flughafen belastet den Standort Frankfurt! Welche Mangerfrau will denn mit ihren Kindern in diesen Lärm ziehen. Die Linde AG ging von Wiesbaden nach München und nicht nach Frankfurt.

  • @IhrseidEgoisten
    Wegen Köln habe ich keine Bange, die dortigen Flughafengegner sind auch aktiv. Und ich wüsste auch nicht, welche Konsumgüter unbedingt eingeflogen werden müssen. Ich brauche nicht das allerneueste Iphone 24 Stunden nach dem Verkaufsstart in den USA, und Apfelsinen und Bananen kommen sowieso mit dem Schiff. Und wenn ich selbst verreise, dann möchte ich nachts schlafen und nicht im Flughafen herumlaufen. Bisher ging das immer, egal wie weit und wohin.

  • Leere Drohungen. Fluglärmgegner gibt es überall, so leicht ist es mit dem Abwandern nicht, wie behauptet wird. Und Flughäfen in Wüsten oder wo Bürger nichts zu melden haben, können ganz bestimmt nicht als Vorbild für ein demokratisches und dicht besiedeltes Land dienen. Davon, dass die Frankfurter keinen Flughafen wollen, kann keine Rede sein. Der Flugverkehr soll nur nicht noch schlimmer werden als er schon ist. Wer behauptet, es gäbe nur zwei Alternativen: ewiges Wachstum oder Schrumpfung bis auf Null, der steht erst mal in der Beweispflicht. Leere Phrasen und Drohszenarien helfen da nicht weiter. Und wer meint, ohne ständiges Wachstum läuft nichts, der muss auch konsequent in die Zukunft denken: wo ist Platz für das vierte, fünfte, sechste Terminal? Oder sollte es vielleicht irgendwann doch ohne weitere Wachstum gehen? Und warum dann nicht gleich heute?

  • Die Haltung vieler hier ist wieder mal typisch: "Oh Florian, oh Florian, verschon mein Haus, zünd andre an"!
    Nach dem die Flughafengegner in FRA ihr ach so glorreiches Nachtflugverbot durchgeboxt hatten, entschied die Lufthansa Cargo ihre Maschinen kurz vor 24:00 nach Köln auszufliegen, um dann von dort die gewohnten Routen nach Übersee anzufliegen.
    Hat mal irgendjemand der Flughafengegner in FRA die Anwohner in Köln gefragt was sie davon halten???
    Kümmert es irgendjemanden von den Flughafengegnern In FRA wo ihre Konsumartikel herkommen???
    Es ist inzwischen wirklich traurig. Ich bin mal gespannt wie ich meiner Tochter in 15 Jahren erkläre, dass es in Deutschland keine zukunftsfähigen Jobs mehr gibt. Vielleicht nach dem Motto:" Du sorry Schatz, aber da waren leider so ein paar renitente Menschen, denen es einfach zu gut ging und die geglaubt haben wir brauchen in Deutschland keine Infrastruktur - deswegen sind jetzt alle guten Unternehmen abgewandert..."

  • Ach ja, der Lärm. Die Flughafen-Gegner sind mir schon öfters begegnet -- vor dem Landtag in Wiesbaden, im Flughafen, vor dem Flughafen, in der Frankfurter City. Gut aussehende, gesunde frühpensionierte Mitfünfziger bis Sechziger. Ich denke besonders dann an diese geplagten Menschen, wenn bei mir jeden Montag morgen um sechs die Müllabfuhr kommt, am Di morgen dann die Papiertonnenentleerung, am Mi um sechs die Biotonne. Schräg gegenüber wird seit einem Jahr ein vierstöckiges Haus gebaut, der zweite Stock ist gerade erreicht worden, das Ganze kann also noch dauern. Die arbeiten übrigens auch samstags bis Einbruch der Dunkelheit. Dunkel oder nicht, wenn meine beiden Nachbarn ihre Quads anlassen, und die Jugendlichen mit ihren Mopeds den nahe gelegenen Jugendtreff ansteuern, dann ist deren Krachmache offenbar rechtens, obwohl diese technisch viel leichter reduziert werden könnte, als der restliche Fluglärm.

    Hessen schafft Euren Fraport einfach ab, errichtet dort einen Windmühlenpark, und bietet der dann noch größer gewordenen Schar der Frühpensionisten einen Arbeitsplatz als Windmühlendreher an windstillen Tagen an. Die erforderlichen Handkurbeln und Zahnräder können auch in einem Low-Tech Land hergestellt werden.

  • Ja, genau, die Arbeitsplätze am und um den Flughafen müssen gesichert und ausgebaut werden, wie der Flughafen selbst!

  • Die Flughafengegner Verhalten sich leider so als ob es nur Sie auf der Welt geben würde und Ihnen sind die negativen volkswirtschaftlichen Folgen auch völlig egal. Frankfurt ist eines der wichtigsten Drehkreuze im Flugverkehr und das hat eben auch Auswirkungen auf sehr viele nachgelagerte Ziele. Nein man kann nicht mal eben Flüge in andere Zeitfenster verlegen wie es sich die Gegner wünschen, Fernflüge finden in bestimmten Korridoren zu bestimmten Zeiten statt und kommen eben in der Regel am frühen Morgen in Frankfurt an, bevor der nationale Flugverkehr einsetzt. Der Flugverkehr ist in internationalen Prozessen eingebunden und richtet sich eben nicht nach Kelsterbach etc.
    Wenn „Luftfahrt“ meint man solle sich an Emirates, Etihad, Qatar orientieren und nicht mit Frankfurt beschäftigen dann zeigt sich das er das System noch nicht verstanden hat.
    Diese Airlines sind die größten Wettbewerber der Lufthansa und sind dabei den Flugverkehr an Deutschland vorbei zu organisieren. Inzwischen gibt es Zubringerflüge nicht nach Frankfurt sondern nach Dubai etc. dort sammelt man und fliegt die Kunden dann nach Asien. In Ihren Heimatländern werden diese Fluggesellschaften unterstützt und nicht behindert! Wenn Frankfurter und Münchner keinen Flughafen mehr wollen und danach sieht es aus, sollte man dann auch so konsequent sein und alles verlegen… mal sehen was die hunderttausende von Beschäftigten dann anschließend für berufe bekommen und wie man die fehlenden Einnahmen im Haushalt decken will… ja es wird dann ganz ruhig… und viele sind dann Zuhause weil Sie keinen Job mehr haben.
    Es war fahrlässig von Herrn Franz nur noch auf Frankfurt und München zu setzen, wo in Deutschland Bürger gegen Alles sind, kein Flughafen, keine Autobahn, keine Bahn… am besten wieder Kutschen einführen… Die Lufthansa sollte schnellstens mit Fraport zusammen nach Möglichkeiten im Ausland suchen um dort ein neues Drehkreuz zu bauen, Frankfurt kann man dann als Regionalflughafen behalten…

  • @babsack69 und Sie wandern barfuß in den Urlaub?
    Es ist schon sehr interessant wie die Kinder der Nachkriegszeit ohne Sorgen, im Überfluß aufgewachsen sind und jetzt die Quelle dessen in Frage stellen und mit allen Mitteln verhindern. Mit dem Hirngespinst eines Klimawandels wird eine austarierte Energieversorgung auf den Kopf gestellt, Verkehrswege dürfen nicht erweitert oder verbessert werden, hilfsweise werden zur Verhinderung schnell mal ein paar Käfer oder Kröten hergedichtet. Und der Luftverkehr ist sowieso vom Teufel persönlich geschaffen worden.
    Hier bietet sich auch die Frage an, seit wann existiert der Flughafen und seit wann wohnen die gestörten Anwohner in dessen Nähe? Das damalige billige Bauland war sicher sehr verlockend. Btw. und der Rasen wird mit der Sense geschnitten und das Laub mit dem Besen eingesammelt ;-)
    Die linkspopulistischen Grünen und die anderen linksextremen Gruppierungen haben sich ja noch nie um die Schaffung von Werten gekümmert. Lediglich das Umverteilen (in deren eigene Taschen)beherrschen diese Gutmenschen.
    LH sollte sich schon mal nach alternativen Standorten umsehen (Berlin fällt aber nicht darunter)und dann FRA als Drehscheibe aufgeben. Begleitend dazu (wird leider nie kommen) müssen alle Transferleistungen (H4, Pensionen, Renten, Gehältern im ÖD, Beamtensold,...) nur noch entsprechend der Wirtschaftsleistung der Region gezahlt werden. Dann könnte eventuell doch die eine oder andere Zipfelmütze aufwachen und feststellen, daß Geld erst erwirtschaftet werden muß.

  • Herr Franz warnt seit fast 4 Jahren gegen alles was um Ihn herum passiert. Mal sind die Emirates und Co. mal sind die Steuer, mal mischt Er sich in der Politik. Aber Er ist sicherlich nicht als Warner berufen worden, sondern Der Lufthansa auf Kurs zu bringen und Wettbewerb fähig in der Zukunft zu katapultieren. Er soll jetzt in de Schweiz gehen, Er hat ehe nicht mehr zu sagen. Die Lufthansa braucht jetzt kein Heul.... Vorstand sondern jemandem der das Produkt und der Services Leistung auf welt Niveau zu bringen,
    und gegen Emirates, Etihad, Qatar, Singapore, und Cathy pacific Airlines zu bestehen....

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