Flughafen Köln-Bonn
Interne Notfallpläne waren im Internet einsehbar

In einer Propagandaschrift hat der IS den Flughafen Köln-Bonn als mögliches Anschlagsziel genannt. Davor ist es zu einer schweren Sicherheitspanne gekommen. Der Notfallplan des Flughafens war offenbar frei zugänglich.

BerlinAm Flughafen Köln/Bonn ist es nach ZDF-Recherchen zu einer schweren Sicherheitspanne gekommen. Auf der Website des Flughafens sei seit November 2015 der gesamte, vertrauliche und nur für den internen Dienstgebrauch eingestufte Notfallplan öffentlich zugänglich gewesen, berichtete der Sender am Mittwoch.

Das mehr als 230 Seiten umfassende Dokument enthalte nicht nur Anweisungen für den Umgang mit Naturkatastrophen und Flugunfällen auf dem Flughafen, der sich aus einem zivilen und einem militärischen Teil zusammensetzt. Der Notfallplan enthalte auch detaillierte Anweisungen zum Umgang mit Bedrohungslagen wie Terroranschlägen, Bombendrohungen und Geiselnahmen sowie genaue Beschreibungen von Sammelstellen für Passagiere in Notsituationen.

Laut ZDF hatte die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) den Flughafen Köln/Bonn in einer Propagandaschrift vor einigen Monaten in Form einer Fotomontage als mögliches Anschlagsziel in Deutschland genannt. Sicherheitsbehörden und Experten hielten angesichts dessen die Veröffentlichung des Dokuments für ein ernsthaftes Problem. Nach den Recherchen des ZDF habe der Flughafen die Dokumente aus dem Netz genommen. Vom Flughafen Köln/Bonn war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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