Flughafen London City
Der Banker-Airport steht zum Verkauf

Der Londoner City Airport steht zum Verkauf. Noch in diesem Jahr soll der Flughafen in unmittelbarer Nachbarschaft des Finanzdistrikts einen neuen Besitzer bekommen. Ein möglicher Interessent winkt jedoch bereits ab.
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LondonFür die meisten Banker in London ist er die erste Wahl. Rund zwei Drittel aller Passagiere, die den London City Airport (LCY) benutzen, sind Geschäftsreisende – ein Großteil davon Banker. Denn der Londoner Flughafen ist nur knapp fünf Kilometer vom neuen Finanzdistrikt der britischen Hauptstadt Canary Wharf entfernt, wo jeden Tag Milliarden Pfund bewegt werden.

Doch Ende des Jahres werden sich viele Geschäftsleute möglicherweise etwas umgewöhnen müssen: Der kleinste unter den fünf Londoner Airports ist nun selbst zu einem Handelsobjekt geworden. Der bisherige Eigentümer, die US-Beteiligungsgesellschaft Global Infrastructure Partners (GIP), will sich nach neun Jahren vom Kleinflughafen in der britischen Hauptstadt wieder trennen. Noch in diesem Jahr soll der Besitzerwechsel besiegelt sein.

Drei Jahre nach dem von Wettbewerbshütern erzwungenen Verkauf des zweitgrößten Londoner Airports Gatwick vom damaligen Betreiber BAA an GIP steht damit in der britischen Hauptstadt erneut ein Eigentümerwechsel für eine der zentralen Verkehrsknotenpunkte an – doch diesmal steht GIP auf der Verkäuferseite.

Hoffnungen, dass ein möglicher Interessent dabei mit dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport auch aus Deutschland kommen könnte, müssen die Amerikaner jedoch abschreiben. Die Frankfurter hatten sich 2008 zwar bereits vergeblich um einen Kauf von Gatwick bemüht. Doch der Konzern winkt diesmal entschieden ab. „Nein, wir haben kein Interesse an einem Kauf des Londoner City Airports“, sagte Fraport-Sprecher Robert A. Payne dem Handelsblatt.

Für die US-Beteiligungsgesellschaft ist dies ein erster Rückschlag. GIP hatte den Londoner City Airport, der wegen seiner Stadtnähe und kurzen Wartezeiten am Terminal besonders von der Finanzwelt stark frequentiert wird, 2006 gekauft und drei Jahre später auch den Londoner Flughafen Gatwick sowie den Airport im schottischen Edinburgh übernommen, nachdem der Vorbesitzer BAA die Flughäfen auf Druck der Wettbewerbsbehörden frei geben musste. Der größte Londoner Flughafen Heathrow ist dagegen seit 2006 im Besitz des spanischen Konzerns Ferrovial.

Doch nun kommen die festgefügten Besitzverhältnisse wieder in Bewegung. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Infrastruktur-Vermögenswerten sei hoch, begründete GIP-Transportchef Michael McGhee gegenüber der „Financial Times“ den Schritt. Zudem stünden derzeit wenige Flughäfen zum Verkauf, daher halte man den Zeitpunkt für günstig und rechne mit starken Angeboten. Die Preisvorstellungen für den angestrebten Verkauf sind allerdings ebenso kühn wie dessen Lage nahe des Finanzdistriktes exklusiv. Die Beteiligungsgesellschaft strebt, wie die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, bei der Veräußerung einen Erlös von bis zu zwei Milliarden Pfund an, was etwa 2,86 Milliarden Euro entspricht.

Ein Schnäppchen sieht anders aus. Der Preis wurde den Airport mit mehr als dem 60-fachen des Gewinns vor Abschreibungen und Steuern bewertet – ein sattes Multiple. Für GIP würde sich damit der Deal mehr als bezahlt machen. Als die Beteiligungsgesellschaft 2006 den im Osten der Stadt gelegenen Flughafen erwarb, war von einem geschätzten Kaufpreis von nur 750 Millionen Pfund die Rede gewesen. Der Eigentümer zuvor, der wohlhabende irische Finanzier Dermot Desmond, hatte den Flughafen zuvor 1995 von einer Baufirma für 23,5 Millionen Pfund erworben.

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