Flughafenbetreiber
Fraport macht Aktionären Hoffnung

Lange stand eine Hauptversammlung bei Fraport nicht mehr unter einem so schlechten Stern: Der Flughafenbetreiber litt wie die gesamte Branche in den vergangenen Monaten unter der Wirtschaftskrise. Nun hat Fraport-Chef Bender aber gute Nachrichten für die Aktionäre im Gepäck.

HB FRANKFURT. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport registriert nach den heftigen Einbrüchen zum Jahresstart eine erste Entspannung im gebeutelten Luftfrachtgeschäft. Allerdings sei es noch zu früh, um die Entwicklung im Mai als nachhaltige Wende zum Besseren zu bewerten, sagte der scheidende Vorstandschef Wilhelm Bender bei der Hauptversammlung des Konzerns am Mittwoch in Frankfurt. Beim Passagieraufkommen am Frankfurter Flughafen habe sich im Mai die Entwicklung aus dem April fortgesetzt. Damals war der Rückgang mit rund fünf Prozent bereits weniger als halb so heftig ausgefallen wie noch im ersten Quartal. Eine nachhaltige Erholung erwartet Bender weiterhin erst im kommenden Jahr.

Die Aktie des Unternehmens kletterte das Papier im Laufe des Vormittags um 3,45 Prozent auf 29,69 Euro und entwickelte sich damit stärker als der MDax. Aktionärsvertreter bemängelten den zuletzt kräftig gefallenen Aktienkurs. „Eine Jahres-Performance von minus 40 Prozent ist jedenfalls nicht das, was wir uns unter einer lohnenden Anlage vorstellen“, sagte Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Bei der Luftfracht hatte Fraport im Mai einen deutlich schwächeren Rückgang zu verkraften als noch zum Jahresstart. Im Vergleich zum Vorjahr ging das Frachtaufkommen zwar immer noch um 15 Prozent zurück. Nachdem die Frachtmenge in den ersten vier Monaten noch um nahezu ein Viertel eingebrochen war, sieht Fraport dies als eine leichte Entspannung an.

Mit einem nachhaltigen Aufschwung und weltweit wachsendem Flugverkehr sei im Jahr 2010 zu rechnen, sagte Bender. Dann allerdings gelten die schwachen Fracht- und Passagierzahlen des Krisenjahres 2009 als Vergleichsbasis. Ab dem Winterflugplan 2011 will das Unternehmen von der neuen Landebahn profitieren, die für zusätzliche Flugzeuge, Fluggäste und damit Umsatz sorgen soll. Der Ausbau sei weiterhin notwendig. Die Nachfrage übersteige weiterhin das Angebot an Start- und Landerechten.

Für 2009 erwartet Fraport am Frankfurter Flughafen weiterhin sechs bis neun Prozent weniger Passagiere. Auch Umsatz und Konzernergebnis dürften zurückgehen. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll auf 500 bis 530 Mio. Euro sinken und in den kommenden beiden Jahren wieder wachsen. Im Jahr 2008 hatte Fraport einen EBITDA-Gewinn von rund 600 Mio. Euro erwirtschaftet. Für 2008 sollen die Aktionäre eine stabile Dividende von 1,15 Euro je Anteilsschein beschließen.

Für Wilhelm Bender ist dies die letzte Hauptversammlung an der Spitze des Unternehmens. Der derzeit 64-Jährige übergibt seinen Posten zum 1. September nach 16 Jahren an der Spitze des Unternehmens aus Altersgründen an seinen bisherigen Stellvertreter Stefan Schulte.

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