Flughafenbetreiber
Fraport überrascht positiv

Der Flugbranche geht es derzeit sicherlich nicht besonders gut. Das bekommen auch Flughafenbetreiber wie Fraport zu spüren. So sank der Gewinn im ersten Quartal spürbar. Allerdings hatten Analysten mit einem stärkerem Rückgang gerechnet.

HB FRANKFURT. Der Flughafenbetreiber Fraport zeigt sich nach einem überraschend wenig getrübten Jahresstart skeptisch für die nahe Zukunft. Am größten Konzernflughafen in Frankfurt rechnet der Vorstand nun mit sechs bis neun Prozent weniger Fluggästen als im Vorjahr - mögliche Auswirkungen der Schweinegrippe noch nicht eingerechnet.

Der operative Gewinn soll ebenso wie der Konzernüberschuss geringer ausfallen als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Erst für die Zeit nach der Krise gab sich Vorstandschef Wilhelm Bender „unverändert optimistisch“. Die Fraport-Aktie reagierte am Morgen mit einem deutlichen Kursrutsch auf die Nachrichten.

Nach einer Handelsstunde lag das Fraport-Papier mit 5,28 Prozent im Minus bei 30,16 Euro und gehörte damit zu den Schlusslichtern im MDax. Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher bewertete die Zahlen des Unternehmens zwar als solide. Der Ausblick allerdings sei sehr vorsichtig und enttäuschend, schrieb er in einer ersten Reaktion. Im ersten Jahresviertel hatte der Frankfurter Flughafen einen Passagierrückgang um rund elf Prozent verbucht. Fraport-Vize Stefan Schulte hatte für April jedoch bereits eine bessere Entwicklung angedeutet.

Im Gesamtjahr soll der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 500 bis 530 Mio. Euro zurückgehen. 2008 hatte der Konzern hier rund 600 Mio. Euro erwirtschaftet. Auch das Konzernergebnis soll schwächer ausfallen als im Vorjahr.

Im ersten Quartal übertraf Fraport bei Umsatz und Gewinn durchweg die Erwartungen der Branchenexperten. Der Überschuss brach um 25,4 Prozent auf 22,3 Mio. Euro ein. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) ging um 30,6 Prozent auf 44,1 Mio. Euro zurück, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) ging infolge der schwachen Verkehrsentwicklung in Frankfurt um 13,5 Prozent auf 99,8 Mio. Euro zurück. Der Umsatz sank um 14,4 Prozent auf 452 Mio. Euro. Ursache dafür war jedoch weniger die Krise, sondern hauptsächlich der Wegfall der früheren Sicherheitstochter ICTS.

Unterdessen zeigten sich die Fluggäste trotz der Verwerfungen in der Weltwirtschaft spendabel. In den Restaurants und Läden am Flughafen gaben sie - gemessen an den bei Fraport verbuchten Beträgen - mehr aus als je zuvor. Der Retail-Umsatz je Passagier lag bei 3,09 Euro und knackte damit erstmals die Drei-Euro-Schwelle.

Insgesamt rechnet der Fraport-Vorstand in den kommenden Monaten weiterhin mit gravierenden Auswirkungen der Wirtschaftskrise. „Die globale konjunkturelle Entwicklung wird - wie schon im ersten Quartal - die Aussichten auf die Entwicklung des Luftverkehrs im Gesamtjahr 2009 bestimmen, und auch der Frankfurter Flughafen wird sich dieser Entwicklung nicht entziehen können“, stellte der Vorstand klar.

Nach dem Ende der Krise rechnet Fraport-Chef Bender allerdings wieder mit einem kräftig wachsenden Luftverkehr. Mit der Fertigstellung der seit Freitag offiziell im Bau befindlichen neuen Landebahn werde der Frankfurter Flughafen „wieder überproportional“ an diesen Nachholeffekten teilhaben. Vorerst erwartet Fraport jedoch nur an den ausländischen Konzernflughäfen mehr Fluggäste.

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