Flughafengebühren
BBI könnte zum Zankapfel werden

Der neue Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg-International (BBI) könnte in den kommenden Monaten noch zu einem Zankapfel werden. Vor allem die Gestaltung der Entgelte sowie die Kapazitätsplanung werfen bei den Hauptkunden von BBI, den Fluggesellschaften, Fragen auf.
  • 1

FRANKFURT. "Es gibt noch den einen oder anderen Gesprächsbedarf", heißt es beispielsweise bei Lufthansa diplomatisch. Ganz oben auf der Tagesordnung stehen die Entgelte. Hier klaffen die Erwartungen beider Parteien weit auseinander. Zwar hat der Flughafenbetreiber noch keine Angaben über deren Höhe geliefert.

"Die Gespräche darüber beginnen jetzt, die Airlines werden dabei natürlich eingebunden", sagt ein Sprecher der Berliner Flughäfen. Klar ist jedoch schon heute, dass die unter den Gebühren von Tegel liegenden Tarife in Schönefeld nicht zu halten sein werden. In Branchenkreisen ist bereits von einer nicht unerheblichen Erhöhung die Rede.

Das stünde im krassen Gegensatz zu den internen Kalkulationen der Fluggesellschaften. "Wir erwarten eine Reduzierung der Entgelte", sagt ein Sprecher der Lufthansa: "Durch BBI werden drei Flughäfen zusammengelegt. Das sind Synergien, die sich in den Entgelten widerspiegeln müssen." In die gleiche Kerbe schlägt die deutsche Nummer zwei: "Air Berlin hat bereits mehrfach deutlich zum Ausdruck gebracht, dass höhere Entgelte als gegenwärtig in Tegel aus verschiedenen Gründen nicht akzeptiert werden können", heißt es dort. Die Wettbewerbsnachteile wären nicht kompensierbar.

Das könnte BBI in ein Dilemma bringen. Der Flughafenneubau ist mit Gesamtkosten von 2,5 Mrd. Euro im internationalen Vergleich überraschend "billig". Entsprechend eng ist der Finanzrahmen. Der Betreiber dürfte also solide Einnahmen aus dem operativen Geschäft fest kalkuliert haben. BBI selbst verweist darauf, dass man sich aktuell nicht nur im Zeit-, sondern auch im Kostenplan bewege.

Seite 1:

BBI könnte zum Zankapfel werden

Seite 2:

Kommentare zu " Flughafengebühren: BBI könnte zum Zankapfel werden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Thema Entgelte
    Wenn man sich die gegenwärtige Situation ansieht, stellt sie sich wie folgt dar: Tegel mit Schwerpunkt auf Geschäftsfliegern (Lufthansa, Air berlin) und relativ hohen Gebühren auf der einen Seite und Schönefeld für billigflieger mit wenig infrastruktur und niedrigen Entgelten auf der anderen.

    Für den neuen Flughafen werden nun die Gebühren ausgehandelt. bei einer Zusammenlegung für den gesamten Flugverkehr von beiden Airports ist es dabei nur konsequent, wenn die Gebühren daher irgendwo in der Mitte liegen. LOGiSCHERWEiSE liegen die Gebühren dann über den bsierhigen aus SFX. Hier haben bislang aber weder Lufthansa noch Air berlin Flüge angeboten.

    Ergo von einer Erhöhung der Gebühren für Lufthansa und Air berlin (beide bisher in Tegel) dürfte daher kaum die Rede sein.

    Den "krassen Gegensatz" der Entgeltkalkulation, den das Handelsblatt hier zu sehen glaubt, scheint eher reiner Sensationsgier als ernsthafeter Recherche geschuldet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%