Flughafengebühren
Einigung zwischen Fraport und Fluglinien

Der Streit um die Erhöhung der Flughafengebühren in Frankfurt ist beendet. Der Betreiber Fraport hat sich mit den Fluggesellschaften und Verbänden geeinigt. Es geht um hohe Summen, was sich auch auf die Flugpreise auswirken könnte.
  • 0

HB FRANKFURT. Der Streit um die Anhebung der Flughafengebühren in Frankfurt ist vorerst beigelegt. Der Flughafenbetreiber Fraport einigte sich am Dienstag nach monatelangen Verhandlungen mit Vertretern von Fluggesellschaften und Verbänden darauf, die Entgelte in den kommenden beiden Jahren schrittweise um insgesamt 12,5 Prozent zu erhöhen.

Das Ergebnis gebe Fraport die notwendige Planungssicherheit, sagte Vorstandschef Stefan Schulte am Dienstag nach einer Anhörung im hessischen Wirtschaftsministerium. Allerdings müssen sich beide Seiten bis 19. Februar noch über die Entgelte für die Jahre 2012 bis 2015 verständigen. Kommt diese Einigung nicht zustande, wird die ursprünglich von Fraport angestrebte Anhebung um 8,4 Prozent zum 1. April kommenden Jahres wirksam.

Die Fraport-Aktie setzte ihren Höhenflug kurz nach den Nachrichten weiter fort und notierte zuletzt mit 5,15 Prozent im Plus bei 34,68 Euro. Die Lufthansa-Aktie lag nach einem kurzen Kurssprung wieder ähnlich wie zuvor mit 2,26 Prozent im Plus bei 10,87 Euro.

Ein Lufthansa-Sprecher sprach von einer „tragfähigen Lösung mit einer längerfristigen Perspektive“, doch bereite auch diese Erhöhung dem Unternehmen große Schmerzen. Im Vergleich zu der ursprünglichen Fraport-Forderung werde die Lufthansa im kommenden Jahr allerdings um zwei Drittel entlastet. Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) sah hingegen „keinen Grund zur Zufriedenheit“. Die höheren Entgelte belasteten die Fluggesellschaften sehr, sagte eine Sprecherin. Die Regulierung der Flughafengebühren müsse dringend reformiert werden.

Ursprünglich hatte Fraport die Gebühren bereits zum Jahreswechsel um 8,4 Prozent anheben wollen. Dagegen waren die Fluggesellschaften Sturm gelaufen, da sie in der Wirtschaftskrise ohnehin mit hohen Belastungen zu kämpfen haben. Der Repräsentant der internationalen Fluggesellschaften, Martin Gaebges, sagte, die mit der neuen Landebahn in Frankfurt seien ab 2011 deutlich mehr Flugbewegungen möglich, so dass die Gebühren pro Flug und Passagier geringer ausfallen könnten.

Die Entgelte für Starts, Landungen, Lärm, Emissionen, Passagiere, Sicherheit und das Abstellen von Flugzeugen sollen nun erstmals zum 1. Juli 2010 um vier Prozent steigen. Zum 1. Oktober 2010 sollen die Entgelte um drei Prozent, zum 1. April 2011 erneut um drei Prozent sowie zum 1. Oktober 2011 um 2,5 Prozent angehoben werden. Durch die Mehreinnahmen will Fraport im kommenden Jahr wie geplant einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 600 Mio. Euro erreichen.

Kommentare zu " Flughafengebühren: Einigung zwischen Fraport und Fluglinien"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%