Flughafengebühren
Spanien subventioniert Ryanair und Co.

Die spanische Regierung will die Billigflieger locken. Flughafengebühren werden gesenkt, für neue Strecken fallen gar keine Gebühren mehr an. Die Ankündigung steht im krassen Widerspruch zu Plänen der EU.
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MadridSpanien will mit der Senkung der Flughafengebühren den Luftverkehr wieder ankurbeln. In einigen Fällen würden die Abgaben sogar gänzlich gestrichen, teilte die Regierung am Montag mit. In den vergangenen zwei Jahren hatten sich die Tarife allein an Spaniens zwei größten Flughäfen Madrid und Barcelona verdoppelt. Billigflieger Easyjet schloss daraufhin seinen Madrider Standort und Konkurrent Ryanair kappte die Zahl der Flüge und Routen.

Nun also folgt die Kehrtwende. Zum 1. Januar würden die Gebühren für Routen, auf denen sich das Passagieraufkommen erhöhe, um 75 Prozent gesenkt. Für neue Strecken fielen gar keine Gebühren mehr an. Durch diese Maßnahmen könnte sich das Passagieraufkommen an den 46 Flughäfen des Landes um rund zwei Prozent erhöhen, sagte Verkehrsministerin Ana Pastor. In den ersten neun Monaten waren die Passagierzahlen um 4,9 Prozent gesunken.

Die indirekte Subventionierung der Billigairlines durch Spanien steht im Widerspruch zu Plänen der EU, dass Regionalflughäfen in Europa künftig weniger Geld vom Steuerzahler bekommen sollen – auch wenn bei der Streichung von Flughafengebühren natürlich nicht direkt Steuergeld fließt. Den betroffenen Flughäfen werden dadurch aber Einnahmen genommen, die dann oft der Staat ausgleichen muss.

„Wir wollen keine Geisterflughäfen mehr“, hatte EU-Regionalkommissar Johannes Hahn im August der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ gesagt. Die EU wolle künftig von jeder Regierung ein Konzept für die Verkehrsplanung des ganzen Landes verlangen. „Damit man eben nicht an jeder Ecke einen Regionalflughafen hochzieht, wenn gleichzeitig neue Schnellbahnen den Luftverkehr überflüssig machen.“

In Deutschland ist vor allem der neue Flughafen Kassel-Calden umstritten. Der 271 Millionen Euro teure Flughafen war im April eröffnet worden. Kritiker bemängeln die Baukosten und eine mangelnde Auslastung.

Bei kleinen Flughäfen in Europa gibt es einen Subventionswettlauf, davon profitieren vor allem Billigflieger. Anfang Juli hatte die EU Pläne vorgestellt, wonach künftig Betriebsbeihilfen maximal zehn Jahre lang möglich sein sollen. Danach müssen sich Flughäfen selber tragen.

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Für kleine Flughäfen wird es nach EU-Vorschlag eng

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  • "Und wer bezahlt das alles?
    eitgleich sämtliche Subventionen in Richtung Spanie streichen - fertig."
    Dann fangen Sie doch mal vor der eigenen Haustür an.
    Das zahlen hier in diesem Fall die Verbraucher, nämlich die Leute die billiger fliegen können und trotzdem Kerosin- und Taxen zahlen, und so ist das mit der Marktwirtschaft ja auch gedacht.
    Die Flughäfen hier sind schon lange fertig, da gibts keine EU-Gelder mehr.
    Nun wirds Zeit das die deutschen Löhne z. B. in der Fleischindustrie steigen, die Transportkosten werden so nämlich niedriger, weil schon vorhandene Infrastruktur besser genutzt werden kann. Wäre ja auch mal ein Schritt die Agrarsubventionen in Form von Dumpinglöhnen abzuschaffen, statt rumzujaulen das anderen Ländern was Besseres einfällt als Sozialhilfe zu zahlen und die Strompreise in den Himmel zu schreiben.

  • "Bei kleinen Flughäfen in Europa gibt es einen Subventionswettlauf, davon profitieren vor allem Billigflieger. Anfang Juli hatte die EU Pläne vorgestellt, wonach künftig Betriebsbeihilfen maximal zehn Jahre lang möglich sein sollen. Danach müssen sich Flughäfen selber tragen." Falls nicht, auch kein Problem, der Michel zahlt dann die Zeche. Im Gegensatz zu Zypern bekommt man dafür sogar noch reelle Werte und muss nicht irgendwelche entarteten Bankgeschäfte begleichen.

  • Und wer bezahlt das alles?
    eitgleich sämtliche Subventionen in Richtung Spanie streichen - fertig.

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