Flughafengebühren

Spanien subventioniert Ryanair und Co.

Die spanische Regierung will die Billigflieger locken. Flughafengebühren werden gesenkt, für neue Strecken fallen gar keine Gebühren mehr an. Die Ankündigung steht im krassen Widerspruch zu Plänen der EU.
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Ryanair-Chef Michael O'Leary am Flughafen El Prat in Barcelona: Der Billigflieger kann sich freuen, Spanien senkt die Flughafengebühren. Quelle: dpa

Ryanair-Chef Michael O'Leary am Flughafen El Prat in Barcelona: Der Billigflieger kann sich freuen, Spanien senkt die Flughafengebühren.

(Foto: dpa)

MadridSpanien will mit der Senkung der Flughafengebühren den Luftverkehr wieder ankurbeln. In einigen Fällen würden die Abgaben sogar gänzlich gestrichen, teilte die Regierung am Montag mit. In den vergangenen zwei Jahren hatten sich die Tarife allein an Spaniens zwei größten Flughäfen Madrid und Barcelona verdoppelt. Billigflieger Easyjet schloss daraufhin seinen Madrider Standort und Konkurrent Ryanair kappte die Zahl der Flüge und Routen.

Nun also folgt die Kehrtwende. Zum 1. Januar würden die Gebühren für Routen, auf denen sich das Passagieraufkommen erhöhe, um 75 Prozent gesenkt. Für neue Strecken fielen gar keine Gebühren mehr an. Durch diese Maßnahmen könnte sich das Passagieraufkommen an den 46 Flughäfen des Landes um rund zwei Prozent erhöhen, sagte Verkehrsministerin Ana Pastor. In den ersten neun Monaten waren die Passagierzahlen um 4,9 Prozent gesunken.

Die indirekte Subventionierung der Billigairlines durch Spanien steht im Widerspruch zu Plänen der EU, dass Regionalflughäfen in Europa künftig weniger Geld vom Steuerzahler bekommen sollen – auch wenn bei der Streichung von Flughafengebühren natürlich nicht direkt Steuergeld fließt. Den betroffenen Flughäfen werden dadurch aber Einnahmen genommen, die dann oft der Staat ausgleichen muss.

„Wir wollen keine Geisterflughäfen mehr“, hatte EU-Regionalkommissar Johannes Hahn im August der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ gesagt. Die EU wolle künftig von jeder Regierung ein Konzept für die Verkehrsplanung des ganzen Landes verlangen. „Damit man eben nicht an jeder Ecke einen Regionalflughafen hochzieht, wenn gleichzeitig neue Schnellbahnen den Luftverkehr überflüssig machen.“

In Deutschland ist vor allem der neue Flughafen Kassel-Calden umstritten. Der 271 Millionen Euro teure Flughafen war im April eröffnet worden. Kritiker bemängeln die Baukosten und eine mangelnde Auslastung.

Bei kleinen Flughäfen in Europa gibt es einen Subventionswettlauf, davon profitieren vor allem Billigflieger. Anfang Juli hatte die EU Pläne vorgestellt, wonach künftig Betriebsbeihilfen maximal zehn Jahre lang möglich sein sollen. Danach müssen sich Flughäfen selber tragen.

Für kleine Flughäfen wird es nach EU-Vorschlag eng
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8 Kommentare zu "Flughafengebühren: Spanien subventioniert Ryanair und Co."

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  • "Und wer bezahlt das alles?
    eitgleich sämtliche Subventionen in Richtung Spanie streichen - fertig."
    Dann fangen Sie doch mal vor der eigenen Haustür an.
    Das zahlen hier in diesem Fall die Verbraucher, nämlich die Leute die billiger fliegen können und trotzdem Kerosin- und Taxen zahlen, und so ist das mit der Marktwirtschaft ja auch gedacht.
    Die Flughäfen hier sind schon lange fertig, da gibts keine EU-Gelder mehr.
    Nun wirds Zeit das die deutschen Löhne z. B. in der Fleischindustrie steigen, die Transportkosten werden so nämlich niedriger, weil schon vorhandene Infrastruktur besser genutzt werden kann. Wäre ja auch mal ein Schritt die Agrarsubventionen in Form von Dumpinglöhnen abzuschaffen, statt rumzujaulen das anderen Ländern was Besseres einfällt als Sozialhilfe zu zahlen und die Strompreise in den Himmel zu schreiben.

  • "Bei kleinen Flughäfen in Europa gibt es einen Subventionswettlauf, davon profitieren vor allem Billigflieger. Anfang Juli hatte die EU Pläne vorgestellt, wonach künftig Betriebsbeihilfen maximal zehn Jahre lang möglich sein sollen. Danach müssen sich Flughäfen selber tragen." Falls nicht, auch kein Problem, der Michel zahlt dann die Zeche. Im Gegensatz zu Zypern bekommt man dafür sogar noch reelle Werte und muss nicht irgendwelche entarteten Bankgeschäfte begleichen.

  • Und wer bezahlt das alles?
    eitgleich sämtliche Subventionen in Richtung Spanie streichen - fertig.

  • "Das was Spanien plant, ist ökonomischer Wahnsinn. Keine Flughafengebühren? Ach, und woher soll das Geld für die Begleichung der Kosten kommen?"

    Wenn Spanien die Gebühren für Flughäfen senkt, gibt das mehr Kunden, und was bringen Kunden in die örtliche Infrastruktur? Vielleicht Arbeit, Steuern und Sozialabgaben?
    Spanien machts genau richtig, senkt die Preise dort wo was bei raus kommt, statt Energiepreise aus den Bürgern zu quetschen (nicht das es hier keine Steuern auf Energie gäbe), aber wenn schon Subventionen kanns auch dort sein wo es regional Sinn macht.
    Meinen Verwandten wirds gefallen, die können schneller und biller mal rüber fliegen und Sonne tanken. Und Menschen in Deutschland können auch billiger Urlaub machen. Und vielleicht verdient sogar Kassel-Calden dann ein bischen mehr *g*

  • Spanien subventioniert Fluggesellschaften, obwohl sie selber pleite sind. Dafür sollen wieder die deutschen Steuerzahler aufkommen, damit hier noch mehr verkommt. Wann wird dieser Wahnsinn gestoptt? Unsere Politiker weigert sich dies zu tun!

  • Ich bin zwei mal mit Ryanair geflogen. Nie wieder! Das Geschäftsmodell ist an Abzocke kaum zu übertreffen. Selber Schuld, wer sich so abzocken lässt.
    Selten so einen schwachsinnigen Plan gelesen.
    Das was Spanien plant, ist ökonomischer Wahnsinn. Keine Flughafengebühren? Ach, und woher soll das Geld für die Begleichung der Kosten kommen? Genau STEUERGELD! Und das wahrscheinlich auch noch aus dem "Strukturmittelfonds" der EU. Jackput für Spanien und Ryanair, die auf Kosten der europäischen Bürger richtig abkassieren werden. Solche Ideen können nur von Politikern kommen, die kein wirtschaftliches Verständnis haben. Mein Beileid an alle Europäer: Die Spanier haben es - schon wieder - nicht verstanden!

  • Was soll so eine dämliche Überschrift?
    Es ist allgemein bekannt, das Ryanair nur dort landet, wo die Flughafengebühren entweder erlassen werden oder drastisch unter den offiziellen Tarife gesenkt werden. Zahlen dürfen die Steuerzahler der Kommunen, die sich Eigentümer schimpfen.
    Dies ist seit Jahren in Deutschland so und hat bisher nicht zu einer derartig effekthaschenden Überschrift bzw. zu einem solch einseitigen Artikel geführt! Beleuchten Sie doch mal, wieviel die deutschen Steuerzahler für solche Eskapaden zahlen dürfen.

  • Wir fliegen selbst gerne mit Ryanair, weil es dort einfach schnell und reibungslos abgewickelt wird. Und die 10 kg Gepäck reichen auch vollkommen aus. Mehr muss nicht sein, zumal man notfalls überall nachkaufen kann, falls die mitgenommene Zahnpasta nicht reicht. Und wenn jetzt die Spanier daran gehen, die Wahn der europäischen Zentralisierung zu durchbrechen, so werde ich in Zukunft wieder häufiger dieses schöner Land der Orangen und Sangria besuchen.

    Glückwunsch an Spaniern, ihr habt es verstanden.

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