Fluglinien
Air Berlin will LTU als Markennamen aufgeben

Seitdem die Übernahme der LTU durch Air Berlin in trockenen Tüchern ist, hat sich der Umgangston dem neuen Konzernteil gegeünber geändert. Die Anzeichen, dass die Marke LTU geopfert wird, werden immer deutlicher – offenbar ist der Name überregional nicht schlagkräftig genug.

tak DÜSSELDORF. Die nach monatelanger Prüfung durch das Kartellamt Anfang August genehmigte Übernahme der Fluggesellschaft LTU durch die deutsche Nummer zwei, Air Berlin, fordert ihr erstes Opfer. Der Markenname soll Medienberichten zufolge verschwinden. Es gebe noch keine Entscheidung über den künftigen Markenauftritt der LTU auf der Langstrecke, wiegelte ein Air-Berlin-Sprecher auf Anfrage ab. Das Management werde erst in den kommenden Wochen mit Experten diskutieren, ob es sinnvoller sei, die LTU-Langstreckenflieger unter der bisherigen Marke zu betreiben oder auf Air Berlin umzurüsten.

Der Zungenschlag hat sich damit geändert. Bisher – seit Bekanntgabe der Übernahmepläne im März – hatte Air Berlin-Vorstandschef Joachim Hunold stets betont, den traditionsreichen Markennamen für die Langstrecke vorerst beizubehalten. Branchenbeobachter hielten dies jedoch für eine rein taktische Aussage Hunolds, um die stolze und gewerkschaftlich organisierte Belegschaft der LTU nicht gegen sich aufzubringen. Die Vorgehensweise – erst integrieren, dann umlackieren – hat Hunold bereits bei der DBA angewendet. Air Berlin hatte die Billigfluglinie im vergangenen August geschluckt und die Marke zum 1. April eingestellt.

Ein einheitlicher und stringenter Markenauftritt ist für Fluggesellschaften wichtiger denn je, da der Vertrieb im Umbruch ist. Die Tickets werden zunehmend direkt verkauft – und zwar über das Internet. Aufgrund ihrer auf das Rheinland und das Ruhrgebiet beschränkten Bekanntheit und ihrer Geschichte als Charterfluglinie hinkt LTU der Air Berlin im Direktverkauf weit hinterher. Auch Air Berlins Hauptkonkurrenten – Tuifly in Deutschland sowie Ryanair und Easyjet in Europa – leisten sich keine Submarken. Lediglich Marktführer Lufthansa erlaubt sich mit der Billigtochter Germanwings und Regionaltöchtern wie Air Dolomiti Experimente.

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