Fluglinien
Air France-KLM stürzt ab

Der Luftfahrtkonzern Air France-KLM ist in schweren Turbulenzen. Im zweiten Quartal hat das Unternehmen einen Millionenverlust eingeflogen. Jetzt will Air France-KLM weiter Stellen abbauen.
  • 0

PARIS. Air France-KLM leidet immer noch unter der Krise, die der Luftfahrtbranche zu schaffen macht. Beim europäischen Branchenprimus, der Konkurrenz der deutschen Lufthansa, ging im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2009/2010 der Umsatz um 20 Prozent auf 10,7 Mrd. Euro zurück. Es wurde bis Ende September ein Verlust von 573 Mill. Euro erwirtschaftet, im Vergleich zu einem Plus von 176 Mill. Euro im Vorjahrszeitraum.

Das Betriebsergebnis ist mit 543 Mill. Euro für das Halbjahr ebenfalls im negativen Bereich. Doch im zweiten Quartal lief das Geschäft schon wieder besser. Das Betriebsergebnis lag nur noch bei Minus 47 Mill. Euro. Analysten hatten mit einem operativen Verlust von rund 500 Mill. Euro für das Halbjahr gerechnet.

"Seit Beginn der Krise haben wir schnell reagiert. Die Maßnahmen wirken sich positiv aus", betonte Air-France-Chef Pierre-Henri Gourgeon. Im Halbjahr wurden die Kapazitäten im Passagierbereich um 4,6 Prozent und im Frachtbereich um 17,3 Prozent verringert. Für 2010 wird Air France ein Plan zum Abbau von 1700 Stellen Basis vorgeschlagen.

Dazu werde ein "freiwilliger Sozialplan" bei Air France vorgelegt, erklärte der Konzern mit Sitz in Paris. Nach einem ersten stark defizitären Quartal, sei das Betriebsergebnis im zweiten Quartal deshalb fast ausgeglichen. Besonders negativ schlugen allerdings noch die alten Benzinpreise von vor 2009 zu Buche.

Gourgeon stellte eine weitere Reduzierung der Kapazitäten in Aussicht. Außerdem reagiert die Fluggesellschaft mit Billigtickets auf Mittelstrecken. Ein Rationalisierungsprogramm soll den Frachtbereich im Geschäftsjahr 2011/12 wieder rentabel machen. Aufgrund der Maßnahmen sei mit einer Erholung zu Beginn des kommenden Geschäftsjahrs zu rechnen. Die Fluggesellschaft hat kürzlich als erste europäische Fluggesellschaft den ersten Riesenflieger A380 übernommen und hofft auch damit ihren Sinkflug zu stoppen. Morgen soll der Jet die Linie Paris-New York aufnehmen. Dann wird sich zeigen, ob es Air France gelingt, den Flieger zu füllen.

Kommentare zu " Fluglinien: Air France-KLM stürzt ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%