Fluglinien
AUA fliegt Grundkapital weg

Der Fluglinie Austrian Airlines hat dank eines Millionenverlustes ihr halbes Grundkapital verloren. Einen Konkurs schließt die kurz vor der Übernahme durch die Lufthansa stehende AUA allerdings aus.

HB WIEN. Die Austrian Airlines AG (AUA) wird 2008 unter dem Strich einen Verlust von 100 bis 125 Mio. Euro einfahren. Eine Insolvenz schloß die Führung der vor der Übernahme durch die Lufthansa stehenden AUA aber aus. Österreich hat der AUA noch kurz vor Weihnachten 200 Mio. Euro vorgestreckt, um die nächsten Monate weiter fliegen zu können - dieses Geld muss die AUA aber zurückzahlen. AUA-Vorstand Peter Malanik sagte, man werde damit bis zur Genehmigung des Verkaufes an die Lufthansa durchkommen.

"Wir brauchen kein frisches Geld vor der Übernahme und wir gehen auch nicht in Konkurs", sagte Malanik. Peter Michaelis, Chef der Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG), die den Staatsanteil von 42 Prozent hält, hatte dies Anfang Februar nicht ausschließen wollen. Vor die Aktionäre muss die AUA aber früher als geplant treten. Weil der Verlust vermutlich mehr als die Hälfte des Grundkapitals ausmachen wird, wird die Hauptversammlung auf den 14. April vorgezogen. Einschließlich Abwertungen von Flugzeugen und Währungsverlusten dürfte der Verlust operativ weit über 400 Mio. Euro liegen.

Die Deutschen kaufen die AUA für symbolische 366 000 Euro. Eine halbe Milliarde Euro bekommen sie als "Mitgift", wie Malanik sagte. Dies könnte eine verbotene Beihilfe sein, ließ die Europäische Union verlauten. Offen ist auch, welche Auflagen die EU aus Wettbewerbsgründen der Lufthansa auferlegt. Malanik zeigte sich zuversichtlich. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Transaktion nicht durchgeht", sagte Malanik. Die "Mitgift" für die Lufthansa zur Schuldentilgung sei ein in der Branche nicht unübliches Vorgehen. Wenig Probleme ortet auch Andreas Bierwirth, vor einem Jahr von der Lufthansa zur AUA gestoßen, bei den Strecken. "Die AUA ist die am stärksten dem Wettbewerb ausgesetzte Fluglinie", sagte er.

Vergleiche mit Brussels Airline seien nicht zulässig. Die EU will für die Übernahme der Fluglinie durch die Lufthansa die Abgabe von Strecken zur Bedingung machen. Die EU prüft seit zwei Wochen, ob die Mitgift eine verbotene Beihilfe ist. Malanik will dieses Jahr 225 Mio. Euro einsparen. 115 Mio. Euro kommen dadurch, dass das Streckennetz um zehn Prozent ausgedünnt werden soll. 110 Mio. Euro wollen Malanik und Bierwirth bei den Lieferanten und beim Personal sparen. Ansetzen will Malanik beim Flughafen Wien und bei der OMV.

Der Hauptkunde am Flughafen mit etwa der Hälfte des Aufkommens will Zugeständnisse bei den Tarifen machen und die OMV soll billiger Kerosin liefern. Zugeknöpft war Malanik in Bezug auf das Personal. Fix dürfte aber sein, dass die Beiträge zur Pensionskasse gestrichen werden. Das Personal soll Überstunden abbauen und flexibler beziehungsweise kurz arbeiten. Auch Gehaltskürzungen sind im Gespräch. Malanik sprach heute nur davon, dass die Gespräche mit dem Betriebsrat "konstruktiv" verlaufen.

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