Fluglinien
AUA müsste wohl Federn lassen

Die Lufthansa will die österreichische Fluglinie Austrian Airlines (AUA) unter ihre Fittiche nehmen. Für die AUA könnte das auch böse Konsequenzen haben - besonders für die Beschäftigten. Und die Fluglinie dürft einen anderen Kurs einschlagen.

HB WIEN. Auf Austrian Airlines (AUA) dürften mit der Übernahme durch die Deutsche Lufthansa nach Ansicht von Analysten größere Einschnitte zukommen. Neben einer weiteren Ausdünnung des Langstreckennetzes erwarten Experten bei der tief in die Verlustzone gerutschten Fluggesellschaft auch Kündigungen von Mitarbeitern. Die Marke AUA, die Strecken nach Osteuropa und der für den Flughafen Wien wichtige Standort in der österreichischen Hauptstadt dürften jedoch erhalten bleiben.

"Man wird eine marode Fluglinie nicht so lassen, wie sie ist", sagte ein Wiener Analyst. "Dass die Lufthansa das ändern will und wird, liegt auf der Hand." Auch Citigroup-Analyst Andrew Light erwartet beträchtliche Einsparungen. Diese seien auch notwendig, um die AUA wieder in die Gewinnzone zu bringen. Langfristig sei ein Abbau von einem Drittel bis zur Hälfte der Arbeitsplätze denkbar, sagte ein anderer Analyst. Auch Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hat die Beschäftigten bereits auf Einschnitte eingestimmt. "Strukturelle Veränderung erhöhen die Chancen für verbesserte Perspektiven in der gemeinsamen Zukunft von Lufthansa und Austrian Airlines", sagte er. Zu den Plänen für die neue Tochter, die im laufenden Jahr einen Verlust von über 400 Mio. Euro erwartet, hält sich Lufthansa aber noch bedeckt. Am Freitag sollen in Wien erst die Verträge für den Zukauf unterzeichnet werden.

Nach Einschätzung der Experten dürfte es noch einige Jahre dauern, bis die AUA nach dem Willen der Lufthansa umgestaltet ist. "Ich erwarte Einschnitte, aber nicht sofort", sagte LBBW-Analyst Per-Ola Hellgren. "In den ersten zwölf bis 24 Monaten wird das eher langsam gehen, abhängig von den Auswirkungen der Krise." Je deutlicher sich die nachlassende Nachfrage nach Flugreisen im Geschäft niederschlage, desto schwerwiegender dürften die Einschnitte nach seiner Ansicht sein. Der österreichische Staat will mit dem Verkauf an den Star-Alliance-Partner Lufthansa möglichst vielen Menschen ihre Arbeitsplätze bei der AUA und am Flughafen Wien sichern. Ohne einen rettenden Käufer hätte die AUA nach eigenen Schätzungen auf die Hälfte ihrer Größe schrumpfen müssen, um zu bestehen. Zudem wäre frisches Geld vom Staat nötig gewesen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Die Lufthansa dürfte die AUA mit ihrem dichten Streckennetz östlich der Alpenrepublik nach Einschätzung der Analysten als Osteuropatochter positionieren. "Wenn die AUA einen Vorteil hat, dann ist es das dichte Netzwerk nach Zentral- und Osteuropa", sagte Analyst Bernd Maurer von der Raiffeisen Centrobank. Auch der Wiener Flughafen eigne sich gut als Drehkreuz nach Osten und werde daher eine Großteil seines Verkehrs halten können, erwarten die Analysten. Auch bei der schweizerischen Swiss hatte Lufthansa deren Drehkreuz in Zürich belassen und an der Marke festgehalten.

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