Fluglinien
Luftfahrt droht ein Milliardenloch

Die Luftfahrt steht vor einem nie dagewesenen Absturz. Der Branchenweltverband IATA prognostiziert einen noch nie dagewesenen Umsatzeinbruch - und rechnet mit "drastischen Umgestaltungen". Das Überleben einer ganzen Industrie soll in Gefahr sein.

FRANKFURT. Die Luftfahrtbranche gerät immer tiefer in den Sog der Wirtschaftskrise. Die weltweite Branchenorganisation IATA hat gestern ihre Gewinn-Prognose drastisch nach unten korrigiert. Statt des bislang für 2009 erwarteten Verlustes von 4,7 Mrd. Dollar rechnet IATA-Chef Giovanni Bisignani nun mit einem doppelt so großen Loch in Höhe von neun Mrd. Dollar. „Es geht um das Überleben der Industrie“, mahnte er auf dem IATA-Jahrestreffen in Kuala Lumpur. Dabei war bereits 2008 ein Horrorjahr mit einer Lücke von 10,4 Mrd. Euro.

Damit hat sich die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Branchenkrise zerschlagen. Nachdem sich der Einbruch sowohl im Passagiergeschäft als auch bei der Fracht im April nicht weiter beschleunigt hatte, setzten einige Branchenvertreter auf eine Stabilisierung. Doch die ist nicht mehr in Sicht. „Wir glauben, dass das Geschäftsumfeld für Fluggesellschaften bis 2010 schwierig bleiben wird“, prognostizieren die Luftfahrtexperten der Ratingagentur Moody's.

Die Krise ist so heftig, dass selbst als solide geltende Gesellschaften wie British Airways unter die Räder kommen. Deren Chef Willie Walsh erklärte jüngst, sein Unternehmen kämpfe ums Überleben.

Angesichts dessen wachsen bei Experten die Zweifel, ob die Branche durch die aktuelle Krise ähnlich ungeschoren kommen wird wie durch die bisherigen. Fluggesellschaften reagieren traditionell stark auf Konjunkturzyklen und haben gelernt, damit umzugehen. Doch für IATA-Chef Bisignani hat der aktuelle Einbruch einmalige Dimensionen erreicht. „Es gibt dafür keinen Präzedenzfall in der jüngeren Vergangenheit,“ warnte er gestern.

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