Fluglinien
Lufthansa darf Brussels Airlines übernehmen

Lang hat’s gedauert, aber am Ende kommt die Lufthansa doch wie gewünscht zum Zuge: Die EU hat nach einer langwierigen Prüfung entschieden, dass Deutschlands größte Fluglinie Brussels Airlines übernehmen darf. Es gibt aber Bedingungen.

FRANKFURT. Die Lufthansa ist dem Ziel, den Rivalen Air France–KLM vom europäischen Thron zu stürzen, ein Stück näher gekommen. Die EU-Kommission hat gestern die Übernahme von Brussels Airlines durch den Kranich freigegeben. Zwar gab es Auflagen, doch die sind für die deutsche Fluggesellschaft verkraftbar. Gleichzeitig einigte sich die deutsche Fluggesellschaft im Streit mit dem Gründer und Aktionär der britischen Fluggesellschaft BMI, Michael Bishop. Lufthansa kann damit auf Dauer auch BMI übernehmen.

Die außergerichtliche Einigung mit Bishop ist komplex. So zahlt Lufthansa zunächst 48 Mio. britische Pfund, umgerechnet 57 Mio. Euro, an die von Bishop gesteuerte Beteiligungsgesellschaft BBW. Diese überträgt im Gegenzug die 50 Prozent plus eine Aktie, die sie an BMI hält, an eine Gesellschaft mit dem Namen LHBD Holding Limited. An dieser ist Lufthansa mit 35 Prozent beteiligt. Die restlichen Papiere halten bislang ungenannte Investoren, die allerdings, so ist zu hören, keinerlei strategisches Interesse an BMI haben.

Dagegen ist die ursprüngliche Verkaufsoption von Bishop vom Tisch. Dafür zahlt Lufthansa weitere 175 Mio. Pfund direkt an den BMI-Gründer. Unter dem Strich berappt Lufthansa also umgerechnet 265 Mio. Euro für die von Bishop gehaltenen BMI-Anteile. Weitere Mittel werden fällig, um letztlich in den kompletten Besitz von LHBD zu kommen, schließlich wollen auch die übrigen Anteilseigner profitieren. Doch diese Summe soll, so ist zu hören, sehr gering sein.

Damit dürfte Lufthansa für die BMI-Anteile unter dem Strich sogar weniger als die angeblich vor Jahren ausgehandelten 400 Mio. Euro zahlen. Analysten sprachen gestern denn auch von einem guten Deal. Vor einer Komplett-Übernahme der LHBD will Lufthansa allerdings noch die Sicherung der Start- und Landrerechte abwarten, die bei einem Verkauf neu verhandelt werden müssen.

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