Fluglinien
Lufthansa will SAS vorerst nicht

Die Deutsche Lufthansa hat sich offenbar aus den Gesprächen für eine Übernahme der skandinavischen Fluggesellschaft SAS zurückgezogen. Für die Airline habe momentan der Verkaufsprozess für Austrian Airlines und Alitalia Priorität. Darüber hinaus muss die Lufthansa sinkende Passagierzahlen verkraften.

HB FRANKFURT/BERLIN. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert eine mit der Situation vertraute Person: „Lufthansa kann nicht so viele Sachen gleichzeitig machen.“ Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hatte bereits von etwa zwei Wochen betont, das Unternehmen habe begrenzte Ressourcen für Übernahmen.

Die größte deutsche Fluggesellschaft hatte vor Monaten exklusive Gespräche für einen Einstieg bei SAS aufgenommen, allerdings kamen die Verhandlungen zu keinem Abschluss. Die Exklusivität endete mit der Lufthansa-Aufsichtsratsitzung am 24. September. „Seitdem sind die Gespräche beendet“, sagte die Person. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete zuvor unter Berufung auf Kreise, die hohen Verluste bei der SAS-Tochter Spanair seien mit Grund für den Rückzieher.

Wie viele Konkurrenten kämpft SAS angesichts steigender Treibstoffpreise und einer schwindenden Nachfrage ums Überleben. Im Sommer hatte SAS erstmals eingeräumt, nach einer „strukturellen Lösung“ zu suchen - ohne Verhandlungspartner zu nennen. Auch nach dem Abbruch der Gespräche mit Lufthansa sei SAS weiter auf der Suche nach einem Partner, sagte der Insider. In Frage kämen sowohl industrielle als auch nicht industrielle Käufer. Die Fluggesellschaft, die zur Hälfte den Ländern Schweden, Dänemark und Norwegen gehört, und Lufthansa wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

Es gab am Dienstag noch weitere schelchte Nachrichten für die Lufthansa: Die Airline hat im Oktober auf Konzernebene weniger Fluggäste und Luftfracht befördert als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Passagiere bei Lufthansa, Lufthansa Regional und Swiss sei um 1,4 Prozent auf 6,264 Mio. zurückgegangen, teilte der Dax-Konzern in Frankfurt mit. Die Sitzauslastung verschlechterte sich um 2,5 Prozentpunkte auf 78,8 Prozent. Ohne Swiss verbuchte die Lufthansa einen Rückgang um 3,2 Prozent auf 5,066 Mio. Fluggäste, die Auslastung sank um 3,0 Prozentpunkte auf 78,1 Prozent.

Das Frachtaufkommen ging auf Konzernebene um 8,3 Prozent auf 169 000 Tonnen zurück. Die Auslastung sank um 4,1 Prozentpunkte auf 62,5 Prozent. Lufthansa Cargo kam bei der Fracht auf ein Minus von 9,9 Prozent auf 150 000 Tonnen, die Auslastung verschlechterte sich um 4,2 Prozentpunkte auf 65,0 Prozent.

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