Fluglinien
Staat hält Japan Airlines in der Luft

Japan Airlines hat eine Zukunft - dank der Hilfe des Staates. Kreditgarantien sollen die angeschlagene Fluggesellschaft durch Krise tragen. Es gibt aber auch reichlich Kritik am Eingriffen der Regierung.

TOKIO. Der japanische Staat bewilligt der notleidenden Fluglinie Japan Airlines (JAL) eine hohe Summe aus seinem Konjunkturtopf. "Eine Nation muss ihr Luftverkehrsnetz in gutem Zustand halten", begründete Verkehrsminister Kazuyoshi Kaneko gestern in Tokio die Regierungshilfe. Die Sicherung der Finanzierung solle eine echte Trendwende bei JAL herbeiführen, so Kaneko. Asiens größte Fluggesellschaft hat nach drei Jahren im finanziellen Sinkflug um Kredite in Höhe von 1,5 Mrd. Euro nachgesucht. In der ersten Runde sollen nun eine Staatsbank und zwei private Großbanken rund die Hälfte der Summe in einem besonders günstigen Darlehen bereitstellen.

Im Geschäftsjahr bis Ende März machte JAL eine knappe halbe Mrd. Euro Verlust. Das ist aber nur ein Teil der Misere. JAL muss in den kommenden Monaten zusätzlich hohe Beträge aufbringen, da die Laufzeit einer Reihe von Anleihen des Unternehmens endet. Die Ratingagenturen geben Asiens größter Fluglinie derzeit schlechte Noten, so dass sie die Schulden diesmal nicht durch Ausgabe neuer Anleihen umfinanzieren kann. Das Unternehmen könnte sich derzeit nur Geld leihen, wenn es im Gegenzug sehr hohe Zinsen bieten würde.

Grund für den Pessimismus der Analysten: JAL befand sich schon vor der Krise in Turbulenzen und ist jetzt zusätzlich in Fallwinde geraten. Die Wirtschaft spart heftig an Reisekosten. Die Zahl der Passagiere ging zusätzlich zurück, weil Schreckensmeldungen von der Schweinegrippe viele Japaner von Auslandsreisen abgehalten haben.

Der japanische Staat stellt notleidenden japanischen Unternehmen Geld über die Development Bank of Japan (DBJ) zur Verfügung, die mit der deutschen KfW vergleichbar ist. Sie zahlt nur einen Teil der Summe selbst, gibt aber gegenüber anderen beteiligten Banken eine Garantie für die Rückzahlung von 50 bis 80 Prozent des Darlehens ab. Die DBJ macht auf diese Weise besonders gute Konditionen möglich. Die Unternehmen müssen jedoch grundsätzlich ein Konsortium von Privatbanken finden, die den Löwenanteil übernehmen - der Gesetzgeber wollte damit sicher stellen, dass der Staat keine hoffnungslosen Fälle sinnlos durchfüttert.

Für die Garantien stehen bei der Entwicklungsbank derzeit zwölf Mrd. Euro zur Verfügung. Im Fall der Fluglinie JAL würde der Staat bei einem Totalausfall 80 Prozent der Kreditsumme zurückzahlen. Beteiligt sind hier die Bank of Tokyo Mitsubishi UFJ und die Mizuho-Bank. Den Etat der Development Bank für die Staatshilfe wird die Regierung mit ihrem neuesten Konjunkturpaketen weiter aufstocken. Neben JAL ist der Chiphersteller Elpida ein Kandidat für die Staatshilfe.

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