Fluglotsenstreik
Arbeitskampf könnte Flughafenchaos bescheren

Die Gewerkschaft der Flugsicherung fordert eine Lohnsteigerung von sechs Prozent. Zwar hat sie vorerst einen Streik abgesagt, aber die Arbeit könnte nächste Woche niedergelegt werden, mitten in der Urlaubssaison. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt meldet sich nun zu Wort.
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Berlin Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat die Fluglotsen nach ihrer Streikabsage eindringlich davor gewarnt, die Arbeit in den kommenden Wochen doch noch niederzulegen. „Ein Stillstand des Luftverkehrs hätte immensen volkswirtschaftlichen Schaden zur Folge. Dies ist unverhältnismäßig“, sagte Hundt der „Rheinischen Post“.

Der globale Luftverkehr stehe immer noch vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen, die durch einen Arbeitskampf noch verschärft würden. Auch lasse die Forderung der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) nach einer Lohnsteigerung von über sechs Prozent „jedes Augenmaß vermissen“, kritisierte Hundt. Zudem sei sie „auch tarif- und europarechtlich äußerst fragwürdig“.

Die GdF hatte ihren für Donnerstag geplanten Streik erst am späten Mittwochabend abgeblasen, nachdem das Arbeitsgericht Frankfurt den Ausstand per einstweiliger Verfügung untersagt hatte. Als Grund wurde angeführt, dass die Forderungen der Gewerkschaft teilweise gegen Tarifverträge verstießen. Die GdF drohte am Donnerstag allerdings erneut mit einem Ausstand.

Zwar werde es bis Sonntag wahrscheinlich nicht mehr dazu kommen. In der nächsten Woche seien aber Arbeitsniederlegungen möglich. Die Lotsen fordern 6,5 Prozent mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen - allen voran weniger Überstunden. Die Fluggesellschaften befürchten ein Chaos auf den deutschen Flughäfen bei einem Streik mitten in der Urlaubszeit.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Fluglotsenstreik: Arbeitskampf könnte Flughafenchaos bescheren"

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  • das sollen wir glauben was da steht ,wegen Sicherheit? Das muß selbstverständlich sein, wie jeder andere der Verandwortung trägt, was ist mit den Ärzten z.B. die operieren müssen und nicht einfach streiken können vor der Operation. Ist ne Sauerrei auf anderer Rücken auszubaden. Die Urlauber freuen sich das ganze Jahr drauf und zahlen viel Geld ( unsereins bekommt nur durchschnittlich 20-30000 euro brutto.

  • Es ist nicht die Gewerkschaft der Fluglotsen, es ist die Gewerkschaft der Flugsicherung, die nicht nur Fluglotsen sondern u.a. alle Tarifmitarbeiter der DFS vertritt.
    Dass der Tarifkonlikt jetzt im Sommer eskaliert ist, liegt am letzten Tarifabschluss, der nur eine Laufzeit von 7 Monaten hatte - dies haben letztendlich beide Tarifparteien zu verantworten.
    Ein Streik innerhalb der Ferienzeit könnte von der DFS leicht verhindert werden, sie müsste nur die Schlichtung anrufen. Dies hätte eine vierwöchige Friedenspflicht zur Folge, die Ferienzeit wäre dann vorbei. Dass die DFS das nicht tut, mag politische oder verhandlungstaktische Gründe haben.
    Auch wenn in der Presse immer die 6,5%-Forderung in den Vordergrund gestellt werden -ist wahrscheinlich am öffentlichkeitswirksamsten zu verkaufen- geht es den Lotsen selbst darum nicht vorrangig. Es geht um die Belastung von Fluglotsen und organisatorische Strukturen innerhalb der DFS, die auch zukünftig die Sicherheit gewährleisten können.
    Wenn mit diesen Tarifforderungen ein "Überlingen", bei dem auch ein Ferienflieger abstürzte, verhindert werden kann, dürfte dies in aller Interesse sein.

  • Es ist wirklich unglaublich, was die Gewerkschaft der Fluglotsen sich da erlaubt. Mitten in der Ferienzeit einen Streik auszurufen das ist die größte Unverschämtheit die ich je gehört habe. Da kann man wieder mal sehen welch Geistes Kind diese Leute sind. Die schrecken wirklich vor nichts zurück. Es ist schade, daß man diese Leute nicht gesetzlich belangen kann.

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