Flugverkehr
Northwest Airlines ist saniert

Northwest Airlines hat als letzte größere US-Fluggesellschaft den Gläubigerschutz verlassen. Der Konzern stellte sich als neues, schlankeres Unternehmen vor, als Firmenchef Doug Steenland am Donnerstag zu Börsenbeginn mit einem Glockenschlag in New York den Handel eröffnete.

HB CHICAGO. Erstmals seit November 2005 wurden die Aktien wieder an einer wichtigen Börse gehandelt. Die Papiere legten in den ersten Handelsstunden um 2,65 Prozent zu.

Northwest hatte in den vergangenen eineinhalb Jahren seine Kosten um 2,4 Milliarden Dollar pro Jahr gedrückt, zum Teil auf dem Rücken der Belegschaft. Damit will das Unternehmen im Wettbewerb mit Billigfliegern bestehen, die zuletzt den großen Fluglinien kräftig Marktanteile weggenommen haben. Doch der harte Sparkurs könnte sich in Zukunft rächen, warnen Experten.

„Ein großer Teil der gewerkschaftlich organisierten Belegschaft ist außerordentlich unglücklich“, sagte Anthony Sabino, Juraprofessor an der St. John's Universität in New York. „In einer derart umkämpften und service-orientierten Branche wie der Luftfahrt könnte die schlechte Luft Northwest teuer zu stehen kommen, wenn sie dem Unternehmen nicht ganz zum Verhängnis wird.“

Zuletzt war der Unmut der Belegschaft gewachsen, als das Unternehmen das jüngste Entlohnungsprogramm für das Management vorstellte. Während die Angestellten 1,4 Milliarden Dollar an Einsparungen schultern müssen, erhält Steenland Aktien und Optionen im Wert von bis zu 20 Millionen Dollar.

Neben Northwest Airlines hatten auch die Konkurrenten Delta Air Lines und United Airlines in den vergangenen fünf Jahren Gläubigerschutz gesucht. Nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts kann sich ein Unternehmen ohne direkten Zugriff der Kreditgeber grundlegend sanieren, um danach als umgebauter Konzern wieder neu starten zu können.

US Airways entging diesem Schritt nur durch eine Fusion mit America West Airlines. Die Branche war nach den Anschlägen auf das World Trade Center 2001 in eine tiefe Krise gestürzt. Erst im vergangenen Jahr konnten die Firmen wieder Preiserhöhungen durchsetzen und ihre Erlöse damit steigern.

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