Flugzeugstilllegungen
Airport Dresden: der sächsische Elefantenfriedhof

Dresden ist Deutschlands größter Flugzeugparkplatz. Wenn Überkapazitäten abgebaut oder alte Flugzeuge nicht mehr benötigt werden, parken die Airlines ihre Flieger gerne auf dem sächsischen Flughafen. Dass keine andere Großstadt in Deutschland als Parkplatz derart beliebt ist, hat einen Grund.

DRESDEN. Man muss den Blick dafür haben, sonst fällt es einem nicht auf. Schließlich ist es nichts Ungewöhnliches, dass auf dem Vorfeld eines Flughafens Flugzeuge stehen. Der Unterschied ist nur: Auf dem Flugplatz in Dresden warten die vier Airbusse vom Typ 300-600 nicht auf Passagiere, sondern sie stehen da, weil sie überflüssig sind. Zwei davon gehören Lufthansa, zwei weitere ihrer Langstreckenmaschinen stehen geparkt in einem nahen Hangar. An diesem Tag Ende März ist nicht viel los auf der 2 850 Meter langen Start- und Landebahn, die der Flughafen erst im vergangenen Jahr in Betrieb genommen hat. Eine Maschine von Air Berlin gleitet im Landeanflug in sicherer Entfernung an den geparkten Flugzeugen vorbei.

Sie stehen in Parkstellung, Schnauze Richtung Startbahn, als wollten sie jede Minute wieder abheben. Doch einem Airbus fehlt bereits der charakteristische gelbe Lufthansa-Kreis mit dem Kranich am Leitwerk. Starten wird er wieder, allerdings nur noch einmal von hier und dann nicht mehr für Lufthansa. Auch wenn dies ursprünglich anders geplant war: Für Dresden International sind geparkte Flugzeuge nichts Ungewöhnliches.

Allerdings sind es selten so viele Flugzeuge und so große. Ein solcher Airbus hat Platz für immerhin 280 Passagiere. Aber jetzt, in der Krise, braucht Lufthansa die Vögel nicht, weil die Passagierzahlen eher im Sink- als im Steigflug sind. Also werden sie auf dem Flughafen zwischengeparkt. "Dresden hat ein wunderbar weites Vorfeld, um Flugzeuge zu parken", erklärt Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber, bei der Fluglinie zuständig für die neuen Bundesländer, den Grund für die Anwesenheit der ungenutzten Airbusse. Ein Airbus vom Typ 340-300 stehe derzeit in Hamburg und eine weitere Maschine auf Abruf in Bangkok. Bereits 2001/02, sagt Weber, wurden Flugzeuge in Dresden zwischengeparkt. Auch kleinere des Kurzstreckenfliegers Canadjet stehen in Sachsens Hauptstadt wegen aktuell überschüssiger Kapazitäten.

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