Flugzeugwartung
Virgin beschert Lufthansa Technik Rekordauftrag

Der britische Entertainment-Unternehmer Richard Branson (Virgin) trifft in ungewöhnlicher Stille die letzten Vorbereitungen für seinen hürdenreichen Start im inneramerikanischen Flugverkehr. Darauf weist ein mindestens 250 Mill. Dollar teures Geschäft zwischen dem US-Ableger Virgin America und dem führenden Wartungsanbieter Lufthansa Technik hin.

ebe FRANKFURT. Der Lufthansa-Tochter beschert Virgin damit den bisher größten Auftrag in Übersee. Vorstandschef August W. Henningsen bestätigte dem Handelsblatt, dass Lufthansa Technik einen Kontrakt über die komplette Materialversorgung für die Flugzeugflotte von Virgin America unterzeichnet habe. Das sei „ein wichtiger Schritt im weltgrößten Luftverkehrsmarkt USA“, sagte Henningsen.

Damit zeichnet sich ab, dass Virgin America in Kürze die Aufnahme des Flugbetriebs für Sommer 2007 bekannt geben wird. „Wir erwarten das endgültige Okay zum Start im nächsten Monat. Erst dann dürfen wir offiziell Tickets verkaufen“, sagte ein Sprecher von Virgin America. Die US-Behörden verweigern der 2004 gegründeten Firma seit Jahren die Flugerlaubnis, weil der Konzern aus Sicht des Verkehrsministeriums gegen Beschränkungen für ausländische Anteilseigner verstößt.

Ausländer dürfen bei US-Fluglinien nicht mehr als 25 Prozent der Stimmrechte halten. Zwar besitzt Milliardär Branson vorschriftsmäßig nur ein Viertel der Anteile, während 75 Prozent bei den US-Fonds Cyrus und Black Canyon Air Partners liegen. Weil aber der Brite hinter der Idee steht, den bisher abgeschotteten US-Inlandsmarkt aufzumischen, hatten Konkurrenten wie Continental oder Delta Air Lines Alarm geschlagen – mit Erfolg. Das US-Verkehrsministerium verhängte gegen den Branson-Ableger, der von Kalifornien aus starten und dann Richtung Ostküste expandieren will, immer neue Auflagen. Trotz der Widerstände hat Branson bereits 31 Airbus-Flugzeuge für die Fluglinie gekauft und Optionen auf insgesamt 102 Jets unterzeichnet.

Lufthansa Technik (LHT) wertet den Virgin-Auftrag als Bestätigung, dass US-Fluglinien verstärkt mit ausländischen Anbietern kooperieren. Airlines, insbesondere Billigflieger, konzentrieren sich zusehends auf den reinen Flugtransport und kaufen die technische Rundum-Betreuung bei spezialisierten Anbietern wie LHT zu. Das Unternehmen erzielte im Vorjahr 3,4 Mrd. Euro Umsatz und betreut inzwischen eine Flotte von mehr als 1 000 Flugzeugen. Dabei bietet die Lufthansa-Tochter Kunden ein länderübergreifendes Versorgungsnetzwerk von der kleinsten Schraube bis zum kompletten Fahrwerk an. Auf diese Weise werde die Komplexität des Flugbetriebs für viele Airlines abgebaut, betonte Vorstandschef Henningsen. Für den Virgin-Auftrag stellt LHT allein 20 Mitarbeiter ein, die einen reibungslosen Flugbetrieb rund um die Uhr sicherstellen sollen.

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