Förderung von Bioethanol durch das EEG ist unklar
Schwäbisch-Hall plant Alkohol-Kraftwerke

Die Stadtwerke Schwäbisch Hall wollen mit dem Bau mehrerer Alkohol-Kraftwerke die CO2-Emissionen weiter senken. Der Energieträger Bioethanol setzt bei der Verbrennung nur so viel Kohlendioxid frei, wie er zuvor beim Wachstum der Pflanzen aufgenommen hat. Der Brennstoff lässt sich gewinnen, indem kohlenhydratreiche Rohstoffe wie Zucker oder Stärke vergoren werden.

HB DÜSSELDORF. Mit einschlägigen Firmen wie Südzucker sei man in Kontakt, heißt es in Schwäbisch Hall. Stadtwerke-Chef Johannes van Bergen denkt an vorerst zwei Maschinen mit einer elektrischen Leistung von jeweils 2,5 Megawatt. Bis zu 40 Mill. Kilowattstunden – ausreichend, um alle Haushalte in der 36 000-Einwohner-Stadt zu versorgen – sollen auf diese Weise jährlich erzeugt werden.

Ein Hindernis auf diesem Weg: Zwar gibt es mit Ethanol betriebene Automotoren, doch nutze kaum einer davon Ethanol in Reinform. Da ein Kraftwagen wegen deutlich höherer Laufzeiten von mindestens 80 000 Stunden andere Anforderungen an die Technik stelle als ein Automotor, müssten geeignete Maschinen erst noch entwickelt werden. Mit zwei potenziellen Kraftwerks-Herstellern stehe seine Firma daher in Verhandlung, sagt van Bergen.

Offen ist auch noch, ob die angestrebten langfristigen Lieferverträge für den Brennstoff – in einer angestrebten Jahresmenge von rund 20 000 Tonnen – realisierbar sind. Van Bergen: „In den letzten zehn Jahren schwankte der Ethanolpreis um 300 Prozent.“ Der Stadtwerke-Chef setzt darauf, dass der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) genannte Bonus für Nachwachsende Rohstoffe (Nawaros) auch für Bioethanol gilt. Dann müsste der Stromnetzbetreiber sechs Cent zusätzlich pro Kilowattstunde Strom zahlen. Explizit ist die Vergütung für Ethanol im Gesetz nicht geregelt – vermutlich ein Fall für die Gerichte.

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