Folgen des Irak-Kriegs spürbar
Thomas Cook schafft einen Betriebsgewinn

Die Reiseflaute scheint Europas zweitgrößten Touristikkonzern Thomas Cook nicht aus der Spur zu werfen. Im dritten Quartal konnte ein Betriebsgewinn erwirtschaftet werden.

HB OBERURSEL. Dennoch konnte der Konzern dank Kosteneinsparungen einen Betriebsgewinn erwirtschaften. Die gemeinsame Touristiktochter von Lufthansa und Karstadt-Quelle gibt sich nun für die Wintersaison zuversichtlich.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) habe 118 Millionen Euro betragen, teilte Thomas Cook am Freitag am Stammsitz in Oberursel bei Frankfurt mit. Im zweiten Quartal hatte der Irak-Krieg und Sars noch für ein Ebita-Minus von 136 Millionen Euro gesorgt. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte ein Ergebnis von 190,7 Millionen Euro zu Buche gestanden. Den Umsatz für das dritte Quartal 2002/2003 bezifferte Thomas Cook mit 2,368 (Vorjahr: 2,679) Milliarden Euro. Bilanzen von Lufthansa und Karstadt-Quelle waren durch die verlustreiche Touristiktochter deutlich belastet worden.

In der Sommersaison hatte die deutsche Touristikbranche unter einem massiven Preisverfall gelitten. So hätte Cook vor allem in den Monaten Mai und Juni deutlich mit den Preisen heruntergehen müssen, um die Leute zum Reisen zu bewegen, hieß es. Der durchschnittliche Reisepreis sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,4 Prozent zurückgegangen.

„Mit dem dritten Quartal haben wir wahrscheinlich das Schlimmste hinter uns“, sagte Thomas-Cook-Chef Stefan Pichler. Die Buchungseingänge für die Wintersaison lägen binnen Jahresfrist mit 5,4 Prozent im Plus. Für die weiteren Monate sei daher mit einer Gewinnsteigerung zum Vorjahreszeitraum zu rechen. Lufthansa-Aktien notierten 1,87 Prozent tiefer bei 11,53 Euro und Karstadt-Quelle-Aktien verloren 3,76 Prozent auf 22,75 Euro. Die Aktien des Touristik-Marktführers Tui lagen gegen Mittag mit knapp zwei Prozent im Minus bei 14,17 Euro.

Mit dem Abbau der eigenen Flugkapazitäten, flexibleren Preisen und individuellen Reiseangeboten hatte Thomas Cook zuvor angekündigt, sich in Deutschland neu positionieren zu wollen. Thomas Cook wollte der Reisekonzern mit den niedrigsten Kosten und zumindest bei der wichtigsten Marke Neckermann auch der mit den günstigsten Preisen werden.

Vor zwei Jahren hatten die Anschläge auf das World Trade Center am 11. September die Branche in ihre schwersten Krise gestürzt. Experten sind sich derzeit strittig, ob die Talsohle nach den rückläufigen Buchungen und dem drastischen Preisverfall nun erreicht worden ist.

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