Fonds spekulieren auf Dax-Abstieg des Unternehmens
US-Investmentbank verdoppelt Anteil an Reisekonzern Tui

Aufregung bei Europas größtem Reisekonzern Tui: Die Meldung, dass die Investmentbank Morgan Stanley ihren Tui-Anteil auf 10,1 Prozent verdoppelt hat, sorgte gestern nicht nur auf dem Börsenparkett für große Unruhe. In der Konzernzentrale in Hannover mache man sich Sorgen wegen einer Übernahme, hieß es in Unternehmenskreisen.

HB FRANKFURT/M. Ein Tui-Sprecher sagte, das Unternehmen sei von der US-Bank nicht über entsprechende Pläne informiert worden. Es sei ungewöhnlich, dass Morgan Stanley nun die Zehn-Prozent-Marke überschreite: „Wir sprechen hier von strategischen Dimensionen.“

Morgan Stanley wollte den Vorgang nicht kommentieren. In Frankfurter Finanzkreisen hieß es allerdings, dass die Investmentbank kein strategisches Interesse verfolge und nicht im Auftrag eines Konzerns handele, der bei Tui größer einsteigen will. Vielmehr resultiere die Aufstockung aus Kundengeschäften: „Es dürfte sich vor allem um ein groß angelegtes Wertpapierleihegeschäft handeln“, sagte ein Banker.

Bei der Wertpapierleihe übernimmt eine Bank Aktien vorübergehend als Sicherheit für ein Darlehen oder gegen eine Gebühr in den eigenen Bestand. Durch eine ähnliche Transaktion hatte sich Ende vergangenen Jahres der Anteil der Deutschen Bank am italienischen Krisenkonzern Parmalat vorübergehend auf knapp sechs Prozent erhöht.

Größter Aktionär von Tui ist die Düsseldorfer WestLB mit einem Anteil von 31 Prozent. Die Bank, die sich langfristig von ihrem Paket trennen will, versicherte, keine Aktien an Morgan Stanley verkauft zu haben. Die Frage, ob sie Anteile an die US-Bank verliehen habe, wollte die WestLB nicht kommentieren.

In Finanzkreisen hieß es, Morgan Stanley verleihe die Tui-Aktien gegen eine Gebühr weiter. Derzeit bestehe eine erhebliche Nachfrage nach geliehenen Aktien des Reisekonzerns, da spekulative Hedge-Fonds auf fallende Tui-Kurse setzen würden. Dem Unternehmen aus Hannover droht wegen der schwachen Entwicklung der Abstieg aus der Eliteklasse des heimischen Aktienmarkts, dem Deutschen Aktienindex (Dax).

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