Fonterra verkauft giftiges Milchpulver Neuseeländischer Vorzeige-Konzern leistet Abbitte

Die Sorge, giftiges Milchpulver zu kaufen, ist in China groß: Verwandte kaufen in Deutschland Regale leer und schicken Ware gen Heimat. Ein Chef macht daher den Kotau. Seine Firma hatte verseuchtes Milchpulver verkauft.
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Fonterra-Chef Theo Spierings vor der schwierigen Pressekonferenz. Quelle: AFP

Fonterra-Chef Theo Spierings vor der schwierigen Pressekonferenz.

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Peking/WellingtonNach einem neuen Skandal beim weltgrößten Molkerei-Konzern Fonterra hat sich der Chef des neuseeländischen Unternehmens persönlich in China für die Bakterienverseuchung entschuldigt. „Eltern haben das Recht zu wissen, dass Kindernahrung und andere Milchprodukte sicher sind”, sagte Theo Spierings am Montag auf einer Pressekonferenz in Peking. Die Lebensmittelsicherheit habe oberste Priorität. Die mögliche Verunreinigung mit Botulismus-Erregern betrifft neben Sportgetränken vor allem Milchpulver für Säuglinge, das China zu 90 Prozent aus Neuseeland importiert.

Die Fonterra-Aktie verlor zeitweilig um fast neun Prozent und lag später 3,6 Prozent im Minus. Selbst auf den neuseeländischen Dollar wirkte sich der Fall aus: Er fiel auf ein Ein-Jahres-Tief zur US-Währung.

Das Krisenmanagement hat Berechtigung: Die Furcht der Chinesen vor kontaminierter Baby-Milch ist groß, da vor einigen Jahren auch einheimische Firmen Probleme mit der Hygiene hatten. Zuletzt hatte sich das sogar in deutschen Geschäften ausgewirkt. Chinesen kauften in Massen Milchpulver etablierter westlicher Produzenten und schickten es in die Heimat. Drogerieketten wie dm hatten daher den Verkauf von Milchpulver-Produkten wie Aptamil und Milumil rationiert, damit andere Kunden nicht vor leeren Regalen standen.

Fonterra hatte am Wochenende eingeräumt, dass in einigen seiner im vergangenen Jahr hergestellten Produkte ein Bakterium entdeckt worden sei, das die lebensgefährliche Krankheit Botulismus auslösen kann. Kontaminiertes Proteinkonzentrat sei nach China, Malaysia, Vietnam, Thailand und Saudi-Arabien geliefert worden. Es lägen keine Hinweise über Vergiftungen vor, betonte das Unternehmen. Medienberichten zufolge stoppte China Fonterra-Importe, der französische Lebensmittelkonzern Danone nahm in Malaysia Säuglingsnahrung aus den Regalen, und Vietnam ließ ebenfalls Produkte zurückrufen. In Paris fiel die Danone-Aktie um etwa ein Prozent.

Ministerium: Deutschland nicht betroffen
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