Foodwatch fordert Altersbeschränkung Energydrinks nur noch ab 18?

Energydrinks können schwere gesundheitliche Probleme verursachen und sogar zum Tod führen – klagen Verbraucherschützer. Foodwatch fordert, den Verkauf an Minderjährige zu verbieten. Zwei Länder haben bereits vorgelegt.
In Lettland und Litauen ist der Verkauf an Minderjährige bereits verboten. Quelle: AFP
Energydrinks

In Lettland und Litauen ist der Verkauf an Minderjährige bereits verboten.

(Foto: AFP)

BerlinNachdem Lettland als zweiter EU-Mitgliedstaat ein Verkaufsverbot von Energydrinks an Minderjährige beschlossen hat, erneuert die Verbraucherorganisation Foodwatch ihre Forderung nach einer Altersgrenze für Energydrinks in Deutschland. Während Lettland „das einzig Richtige“ mache, dürften die „umstrittenen Wachmacher“ in Deutschland weiter „ungeniert an Kinder und Jugendliche verkauft werden“, erklärte Oliver Huizinga von Foodwatch am Montag. Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) müsse handeln.

Energydrinks, die besonders bei jungen Menschen beliebt sind, werden laut Foodwatch mit Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen, Nierenversagen und sogar Todesfällen in Verbindung gebracht. Die Europäische Lebensmittelbehörde Efsa hatte im Mai 2015 eine Studie veröffentlicht, wonach die Unbedenklichkeitsschwelle bei Heranwachsenden bei rund drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht liegt. Dies sind beispielsweise zwei koffeinhaltige Limonaden mit insgesamt 150 Milligramm für einen 50 Kilogramm wiegenden Jugendlichen.

Neben den Verbraucherschützern hatte sich auch die SPD für ein Verkaufsverbot der Getränke an Minderjährige stark gemacht. Schmidt lehnt dies bislang allerdings ab und verweist auf die geltenden Grenzwerte und Warnhinweise.

Das ist die Mogelpackung des Jahres
Negativpreis
1 von 6

Die Verbraucherzentrale Hamburg verleiht den Negativpreis Mogelpackung des Jahres seit 2013. An der Wahl 2016 nahmen insgesamt 26.132 Verbraucher teil, sechs Mal so viele wie im vergangenen Jahr. 2014 erhielt die Windelmarke Pampers von Procter & Gamble den Negativpreis. Diese Produkte waren in diesem Jahr nominiert...

Nominiert: „Dentagard“ von Colgate-Palmolive
2 von 6

Der Konsumgüterriese hat im vergangenen Jahr die Füllmenge seiner Dentagard-Zahnpasta von 100 Milliliter auf 75 Milliliter reduziert. Doch die Tube sei weiterhin in den meisten Drogerien und Supermärkten zum gleichen Preis verkauft worden, sagen die Verbraucherschützer. Der geschrumpfte Inhalt entspreche einer versteckten Preiserhöhung von 33,3 Prozent.

Nominiert: „Herta Finesse Schinken“ von Nestlé
3 von 6

Auf den ersten Blick wurden die Schinkenspezialitäten von Herta sogar billiger. Statt 2,19 Euro oder 2,29 Euro kosteten sie laut Verbraucherzentrale nur noch 1,89 Euro oder 1,99 Euro. Gleichzeitig sei die Füllmenge der neuen Packungen aber drastisch reduziert worden – von 150 auf 100 Gramm. Dadurch ergebe sich eine Preiserhöhung von rund 30 Prozent.

Nominiert: „Curry Ketchup“ von Heinz
4 von 6

Bei der sogenannten Kopfsteher-Flasche seines Curry Ketchups hat das Unternehmen die Füllmenge von 500 auf 400 Milliliter reduziert. Da gleichzeitig auch der Preis etwas gestiegen sei, entspreche das einer versteckten Preiserhöhung von bis zu 28 Prozent, beklagen die Verbraucherschützer. Zudem sei die ganze Palette der verschiedenen Heinz-Kopfsteherflaschen kleiner geworden.

Nominiert: „Jacobs Latte macchiato classico“ von Jacobs Douwe Egberts
5 von 6

Der Kaffeekonzern hat die Füllmenge der Kapselpackung um fast die Hälfte reduziert. Sie sank von 475,2 auf 264 Gramm. Außerdem hat das Unternehmen laut den Verbraucherschützern statt echter Milch in Form von Vollmilchkonzentrat nun „Mogelmilch“ verwendet. Diese werde aus Sahneerzeugnis, Milchproteinen, Milchmineralien und Wasser zusammengefügt und von Verdickungsmittel zusammengehalten.

Der Sieger: „Bebe Zartcreme“ von Johnson & Johnson
6 von 6

Die Mogelpackung des Jahres ist nach Ansicht von Verbrauchern die Bebe Zartcreme. In einer Online-Abstimmung der Verbraucherzentrale Hamburg votierte knapp ein Drittel von insgesamt mehr als 26.000 Verbrauchern für das Kosmetikprodukt aus dem Hause Johnson & Johnson, wie die Verbraucherschützer am Montag mitteilten. Die Bebe Creme ist ihren Angaben zufolge durch neue Füllmengen um bis zu 84 Prozent teurer geworden.

Das Parlament in Lettland hatte im Januar ein Verkaufsverbot für Minderjährige beschlossen, das ab 1. Juni gelten soll. Damit ist das baltische Land nach Litauen das zweite EU-Land mit einer Altersgrenze ab 18 Jahren für die umstrittenen Getränke.

Um ein Verbot an Minderjährige in Deutschland zu erreichen, hat Foodwatch eine E-Mail-Protestaktion ins Leben gerufen. An dieser haben sich nach Angaben der Organisatoren bereits mehr als 28.000 Menschen beteiligt.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • afp
Startseite

Mehr zu: Foodwatch fordert Altersbeschränkung - Energydrinks nur noch ab 18?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%