Foodwatch-Test und die Folgen

Real stoppt Verkauf von angeblich mineralölbelastetem Reis

Foodwatch hat insgesamt 120 Lebensmittelprodukte auf Verunreinigungen untersucht. Die Verbraucherschützer sind in Deutschland bei jedem fünften Produkt im Test fündig geworden. Allerdings ist die Untersuchung umstritten.
Obwohl die Untersuchungsmethode von Foodwatch umstritten ist, reagiert die Supermarktkette Real auf die Vorwürfe – und nimmt den betroffenen Reis vorerst aus dem Sortiment. Quelle: dpa
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Obwohl die Untersuchungsmethode von Foodwatch umstritten ist, reagiert die Supermarktkette Real auf die Vorwürfe – und nimmt den betroffenen Reis vorerst aus dem Sortiment.

(Foto: dpa)

MönchengladbachDie Handelskette Real hat nach einer Foodwatch-Warnung eine Reissorte aus den Regalen genommen. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher am Dienstag. Die Verbraucherschützer von Foodwatch hatten nach eigenen Angaben in dem Spitzen-Langkornreis der Marke „reis-fit“ Rückstände aromatischer Mineralöle nachgewiesen. Diese seien potenziell krebserregend und erbgutverändernd, erklärte die Organisation. Wesentliche Quelle solcher Verunreinigungen sind demnach Verpackungen aus Recyclingmaterial.

In einem Brief an Foodwatch betonte das Real-Qualitätsmanagement, die Handelskette werde „das Produkt erst wieder verkaufen, wenn uns von dem Lieferanten überzeugend nachgewiesen werden konnte, dass Maßnahmen eingeleitet wurden, um Mineralölgehalte auf ein Minimum zu reduzieren“.

Der Reishändler Euryza, zu dem „reis-fit“ gehört, verwies darauf, dass das Unternehmen schon seit Jahren nur noch mineralölfreie Druckfarben und Kartonagen aus reiner Frischfaser verwende. Im Zuge der aktuellen Foodwatch-Ergebnisse sei nun die Vermutung aufgekommen, Mineralöle könnten auch aus den Transportkartons auf die Ware übergehen. Um dies zu klären, habe das Unternehmen eigene Analysen bei unabhängigen Instituten in Auftrag gegeben. Um jedes Restrisiko auszuschließen, werde man schnellstmöglich auch bei den Transportverpackungen anstelle von umweltfreundlichem Recycling-Karton nur noch Frischfaser verwenden.

Foodwatch hatte bei seiner Untersuchung 120 in Kartons verpackte Lebensmittel aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden auf ihren Mineralölgehalt hin untersuchen lassen. In Deutschland seien die unerwünschten Verunreinigungen in jedem fünften Produkt nachgewiesen worden, berichtete die Organisation.

Die von Foodwatch aufgrund der Untersuchungsergebnisse ausgesprochenen Warnungen sind allerdings nicht unumstritten. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) – der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft – warf der Organisation in einer ersten Stellungnahme vor, abweichend von der wissenschaftlichen Einschätzung willkürlich eigene und nicht plausible „Belastungskriterien“ zu definieren.

Die Supermarktkette Rewe hatte in der vergangenen Woche die Aufforderung von Foodwatch, den Rewe Bio-Weichweizengrieß wegen angeblicher Mineralölbelastungen zurückzurufen, entschieden zurückgewiesen. Das Produkt sei „uneingeschränkt verkehrsfähig und gesundheitlich unbedenklich“. Rewe warf Foodwatch „gezielte Verbrauchertäuschung“ vor.

Der italienische Reishersteller Curti hatte seinen Langkorn-Naturreis im Kochbeutel, der in Deutschland über Kaufland vertrieben wurde, nach der Foodwatch-Studie bereits im November vorbeugend zurückgerufen.

Das sind die beliebtesten Händler Deutschlands
Platz 20: C&A
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Schlechter Service wird bei den großen Handelsmarken offenbar immer seltener. Das fand nun eine Studie zur Kundenzufriedenheit der Unternehmensberatung OC&C heraus: „In den vergangenen fünf Jahren ist beim Service verdammt viel passiert. Das verdanken die Kunden dem Druck, den Amazon gemacht hat“, sagt OC&C-Partner Christian Ziegfeld.

Die Modekette C&A landet in diesem Ranking auf Platz 20. Das sind allerdings keine guten Nachrichten für das Unternehmen: Im vergangenen Jahr lag man noch sieben Plätze besser platziert.

Mehr zu der Studie lesen Sie hier.

Platz 19: Peek & Cloppenburg
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Ähnlich sieht es beim Konkurrenten P&C aus, auch hier ging es sieben Plätze nach unten. Tatsächlich waren die Service-Angebote aus dem Netz für viele stationäre Händler aber ein heilsamer Schock: großzügigste Umtauschregeln, scheinbar unbegrenzte Sortimente, hohe Preistransparenz. Damit konnte sich vor allem der US-Angreifer Amazon zunächst deutlich von den traditionellen Händlern absetzen. Doch offenbar haben diese die Botschaft verstanden: In den jährlichen OC&C-Studie zur Kundenzufriedenheit steigt das Niveau deutlich. Diejenigen Kunden, die einen Laden oder einen Webshop in Deutschland nutzen, sind im Schnitt deutlich zufriedener als noch vor wenigen Jahren.

Platz 18: Lidl
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Der Discounter Lidl landet auf Platz 18. Die deutschen Händler schließen bei der Kundenzufriedenheit insgesamt zu Amazon auf. Einheitlich ist das Bild jedoch nicht: Einige Händler können sich besonders verbessern, andere fallen zurück. Lidl hat im Vergleich zum Vorjahr drei Plätze gewonnen.

Platz 17: s.Oliver
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Die Modekette s.Oliver kommt auf den 17. Platz im Ranking der Kundenzufriedenheit, einen Rang schlechter als im Vorjahr.

Platz 16: Bonprix
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Auf Platz 16 kommt Bonprix. Die Modekette konnte drei Plätze gewinnen.

Eine bessere Wahrnehmung beim Kunden funktioniert über verschiedene Wege: Karstadt (Platz 43) etwa arbeitet sich langsam nach vorn. Das liegt allerdings nach Meinung von Ziegfeld auch dran, dass die angeschlagene Warenhauskette durch mehrere Strategiewechsel etliche kritische Kunden vergrault hat und somit unter der gesunkenen Gesamtkundenanzahl prozentual mehr überzeugte Karstadt-Fans verbleiben.

Platz 15: Globus
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Die SB-Warenhauskette Globus kommt bei der Kundenzufriedenheit auf Platz 15. Damit verliert die Kette acht Plätze im Vergleich zum Vorjahr.

Platz 14: Kaufland
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Der nächst Discounter im Ranking: Kaufland erreicht mit Platz 14 einen fünf Plätze schlechteren Rang als noch im Vorjahr.

  • dpa
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