Forderung an Lieferanten: Aldi Süd fordert Verzicht auf bienengiftige Pestizide

Forderung an Lieferanten
Aldi Süd fordert Verzicht auf bienengiftige Pestizide

Greenpeace will den von Pestiziden in der Landwirtschaft senken. Nun wird Aldi Süd zum Vorreiter. Die Discounter-Kette hat seine Obst- und Gemüselieferanten aufgefordert, auf bestimmte Pestizide zu verzichten.

HamburgDie Discounter-Kette Aldi Süd verlangt als erster großer Lebensmittelhändler von seinen Obst- und Gemüse-Lieferanten den Verzicht auf bienengefährdende Pestizide. Die Aufforderung gilt seit dem 1. Januar für acht Wirkstoffe, die für Bienen gefährlich sind, wie der „Spiegel“ unter Berufung auf die Umweltorganisation Greenpeace berichtete.

Die Aufforderung an die Lieferanten geht laut Greenpeace aus einem ihr vorliegenden Schreiben des Unternehmens hervor. „Aldi Süd macht sich somit zum Vorreiter“, sagte Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Christiane Huxdorff der Nachrichtenagentur AFP. Andere Supermärkte seien jetzt gefordert, diesem ersten Schritt zu folgen.

„Die Gefährlichkeit der Pestizide für die Bienen ist wissenschaftlich belegt“, sagte Huxdorff. Greenpeace hatte bereits im vergangenen Oktober vor Filialen deutscher Supermarktketten mit Protestaktionen gefordert, den Einsatz gefährlicher Pestizide zu stoppen. „Unsere Kampagne trägt nun beim Einzelhandel erste Früchte.“

Die acht chemischen Wirkstoffe, auf die Aldi Süd verzichten will, betreffen laut Huxdorff verschiedene Kulturen: Clothianidin wird für Kohlrabi, Kräuter, Rosenkohl, Blumenkohl und Blattkohl verwendet, Cypermethrin bei Porree und Hülsengemüse. Deltamethrin betrifft demnach Blumenkohl, Paprika, Aubergine, Zucchini, Gurke, Erbse, Kohl, Tomate und Salat. Fipronil dürfen Landwirte als Ausnahme auf Kartoffeläckern nutzen, Imidacloprid bei Äpfeln, Pfirsichen, Aprikosen und Salat.

„Chemisch-synthetische Pestizide belasten Lebensmittel vom Anbau bis zum Teller“, sagte Huxdorff. Die mächtigen Supermarktketten müssen sich ihrer Ansicht nach dafür einsetzen, dass die Belastung abnimmt. Greenpeace will erreichen, dass der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft zurückgeht und die Auswirkungen auf die Umwelt sinken.

„Ein Drittel unserer Lebensmittel - Gemüse, Früchte, Nüsse, Gewürze und Pflanzenöle - ist auf die Bestäubung von Insekten angewiesen“, sagte Huxdorff. Es sei gut, wenn Unternehmen handeln. Langfristig reiche das aber nicht. Greenpeace fordere von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) und vom Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Ruckwied, sich für einen ambitionierten Plan zur Verringerung von Pestiziden auf dem Acker einzusetzen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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