Formel-1-Boss: Ecclestone greift nach dem Nürburgring

Formel-1-BossEcclestone greift nach dem Nürburgring

Der Formel-1-Chef sieht sich in der engeren Wahl unter den möglichen Käufern für die insolvente deutsche Rennstrecke in der Eifel. Laut Ecclestone könnte es schon in den nächsten Wochen eine Einigung geben.
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DüsseldorfFür den insolventen Traditions-Rennparcours Nürburgring winkt Rettung von prominenter Seite: Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat sich mitten im laufenden Bieterverfahren überraschend als ernsthafter Kaufinteressent für die deutsche Rennstrecke in Stellung gebracht. „Wir haben ein Angebot gemacht und wir warten nun, ob es akzeptiert wird“, sagte Ecclestone in einem gemeinsamen Interview mit dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe) und der Wirtschaftswoche. „Wir glauben, dass wir für die Rennstrecke mehr leisten können als jeder andere.“ Er hoffe auf eine rasche Entscheidung, betonte Ecclestone. „Schon in den nächsten Wochen könnte es eine Einigung geben.“

Der einflussreiche Formel-1-Chef hatte im vergangenen Sommer bereits bekannt, dass er sich grundsätzlich einen Erwerb der Rennstrecke vorstellen könnte. Wenige Wochen danach hatte er dann allerdings abgewinkt. Sein jetziges Bekenntnis kommt deshalb überraschend.

Der Nürburgring, der fast komplett im Besitz des Bundeslandes Rheinland-Pfalz ist, hatte im Sommer 2012 Insolvenz angemeldet. Eine private Finanzierung der Rennstrecke und des angeschlossenen Freizeitparks war gescheitert. Die Nürburgring-Verwalter Jens Lieser und Thomas Schmidt versuchen nun, die die Rennstrecke mit Unterstützung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu verkaufen. Lieser gab sich zu Ecclestone bedeckt. „Wir äußern uns nicht zu den Interessenten im Rahmen des laufenden Bieterverfahrens“, sagte er lediglich. Der Verkaufsprozess soll noch im ersten Quartal abgeschlossen werden.

Der 83-jährige Ecclestone ist derzeit wegen eines Besitzerwechsels bei der Formel 1 im Jahr 2006 in mehrere Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Ecclestone muss sich deswegen bereits in einem anderen Schadenersatzprozess in London verantworten und ein Gerichtsverfahren in München befürchten, wo er wegen Bestechung angeklagt wird. „Ich bin sicher, dass es zu einem Prozess kommt“, sagte er im Interview. Dennoch lehnte er einen Rücktritt als Formel-1-Chef ab. „In England gilt die Unschuldsvermutung. Man ist erst dann schuldig, wenn ein entsprechendes Urteil ergangen ist“, betonte der Brite. „Mir geht es darum, meine Unschuld zu beweisen, deshalb werde ich im Falle eines Bestechungsprozesses auch nach München kommen.“

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Ecclestone will kein Geld ausgeben, um Prozess zu verhindern

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  • In England gilt die Unschuldsvermutung. Ein gutes Statement. Bayern dagegen ist ein dafür bekannt kein Rechtsstaat zu sein. Die stecken Unschuldige Jahrelang in die Klappse und der Prozess gegen Zschäpe entbehrt auch allen guten Sitten des normalen deutschen Rechtsstaates - die wurde ja schon lange vor Prozessbeginn für schuldig erklärt und dementsprechend behandelt. Den Bayern kann man nur mit dem internationalen Gerichtshof beikommen, die merken sonst nichts mehr.

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