Fosun Chinesischer Investor will Strumpfhersteller Wolford kaufen

Der chinesische Konzern Fosun plant die Übernahme des österreichischen Strumpfherstellers Wolford – und expandiert damit weiter in der Modebranche.
Update: 01.03.2018 - 13:13 Uhr Kommentieren
Durch eine Kapitalerhöhung sollen beim österreichischen Sockenhersteller insgesamt 22 Millionen Euro Eigenkapital zufließen. Quelle: Imago
Wolford

Durch eine Kapitalerhöhung sollen beim österreichischen Sockenhersteller insgesamt 22 Millionen Euro Eigenkapital zufließen.

(Foto: Imago)

Wien/BregenzDer kriselnde österreichische Strumpfhersteller Wolford soll an den chinesischen Investor Fosun verkauft werden. Fosun übernimmt für rund 33 Millionen Euro zunächst knapp 51 Prozent von einem Teil der Gründerfamilie und stärkt das Bregenzer Unternehmen mit einer Kapitalspritze von 22 Millionen Euro.

Der Investor und die Wolford-Großaktionäre – die WMP Familien-Privatstiftung, die Sesam Privatstiftung und deren Tochter M. Erthal & Co – wollen einen Kaufvertrag zu 12,80 Euro je Aktie unterzeichnen, wie der Strumpfkonzern am Donnerstag mitteilte. Fosun treibt mit dem Schritt seine Expansion in der Modebranche voran. Den restlichen Aktionären von Wolford will der Investor ein Übernahmeangebot zu 13,67 Euro je Aktie unterbreiten. Anleger deckten sich ein: An der Wiener Börse schnellten Wolford-Aktien in der Spitze über zehn Prozent auf 14,10 Euro je Aktie nach oben.

Zur weiteren Stärkung der Finanzstruktur des Vorarlberger Unternehmens mit rund 1500 Mitarbeitern will Fosun 22 Millionen Euro Eigenkapital über eine Kapitalerhöhung zuschießen. Die Zustimmung dafür soll voraussichtlich bei einer Hauptversammlung im Mai eingeholt werden. Die Übernahme kommt nicht überraschend. Die Großaktionäre hatten im Sommer angekündigt, mehrheitlich aussteigen zu wollen. Rund 50 Investoren meldeten darauf nach Angaben von Wolford Interesse an.

Der in rund 60 Ländern weltweit vertretene Wäschekonzern, der für seine luxuriösen Dessous, Bodys und Strumpfhosen bekannt ist, kämpft schon länger mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Aber auch interne Probleme machten dem Unternehmen zu schaffen. Für das von Mai bis Ende Oktober laufende erste Halbjahr wies Wolford einen operativen Verlust von 6,2 Millionen Euro aus. Der Umsatz belief sich auf 41,1 Millionen Euro.

Wolford leidet wie viele Wettbewerber unter der Schwäche im Textileinzelhandel und kämpft mit hohen Kosten. Im Sommer warf Vorstandschef Ashish Sensarma das Handtuch. Nachfolger wurde der bisherige Finanzchef Axel Dreher. Kurz darauf legte Aufsichtsratschefin Antonella Mei-Pochtler ihr Mandat zurück, um selbst im Bieterrennen mitzumischen. Den Aktionären wurde zuletzt eine Besserung der Geschäftslage in Aussicht gestellt. Nachdem für das laufende Geschäftsjahr noch ein Verlust erwartet wird, soll 2018/19 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelingen.

Der Verkauf muss noch von den Kartellbehörden grünes Licht bekommen. Fosun, dessen Investitionen von der Immobilienentwicklung bis hin zu Versicherung gehen, war erst kürzlich beim französischen Luxus-Modehaus Lanvin eingestiegen.

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