Frachtfluggeschäft
FedEx, UPS und Co. hoffen auf Asien

Die Logistikbranche hat eine schwere Zeiten hinder sich, das gilt natürlich auch für die großen Player im weltweiten Frachtfluggeschäft. Doch Marktführer FedEx und Co. zeigen nach einer extremen Schwächephase wieder Muskeln. Im Handelsblatt-Interview äußert sich FedEx-Vorstand Ducker optimistisch. Und an Marketingmaßnehmen mangelt es auch nicht.

NEW YORK/DÜSSELDORF. FedEx hat seine wichtigsten Kunden nach Seattle eingeladen, ein roter Teppich ziert den Treppenaufgang einer schneeweißen Boeing 777. Den weltweit größten zweistrahligen Frachter will FedEx ab Januar 2010 abheben lassen - dorthin, wo die Branche als erstes den Wiederaufschwung erwartet: nach Asien.

Von einer Krise will das US-Transportunternehmen schon jetzt lieber nichts mehr wissen. Manager schießen Erinnerungsfotos vor einer Turbine mit fast dreieinhalb Metern Durchmesser. Der zweistrahlige Jet kann mehr als 600 Kubikmeter Ladung aufnehmen und gut 10 000 Kilometer nonstop fliegen: Höher, schneller, weiter. Die jüngste Turbine aus der GE90-Serie habe es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft, sagt Tadashi Mabee stolz, ein Marketingmanager von Boeing. Die Sonne lacht breit auf das Rollfeld, aus den Lautsprechern dröhnt Musik von U2: "It's a Beautiful Day."

Krise, welche Krise? Er komme gerade von einer Reise aus China zurück, sagt der für das internationale Geschäft zuständige FedEx-Vorstand Michael Ducker: "Die Stimulusprogramme sind gut angelaufen, China wächst ganz offensichtlich."

Zwar lag der Gewinn des weltgrößten Frachtflug-Unternehmens im abgelaufenen Quartal mit 181 Mill. Dollar um 53 Prozent unter Vorjahr. Doch die Transportvolumina ziehen auf vielen Strecken an, die Branche scheint das Schlimmste hinter sich zu haben. Neben China würden Indien, Südkorea und Indonesien die Erholung anführen, sagt Kai Heinicke, Fracht-Experte des US-Flugzeugherstellers Boeing. Anbieter von Luftfracht-Services gehören regelmäßig zu den ersten Profiteuren einer konjunkturellen Erholung, weil ihr Geschäft direkt am Puls der Handelsströme liegt.

Allerdings herrscht nach dem eklatanten Einbruch des Vorjahres vielerorts noch Skepsis. Die Branche hat innerhalb weniger Monate acht Jahre ihres Wachstums verloren und ist beim weltweiten Transportvolumen auf das Niveau des Jahres 2000 zurückgefallen. Ein derartiger Schlag ins Kontor macht unsicher: Die Frage sei, "ob das, was wir gerade sehen, nur eine Art Zwischenhoch der Logistikkonjunktur ist", mahnt Carsten Spohr, Vorstandschef von Lufthansa Cargo, zur Vorsicht. Gemessen am Transportvolumen ist die Fracht-Tochter des Kranich-Konzerns hinter FedEx, UPS, Korean Airlines und Cathay Pacific die Nummer fünf im Markt. Spohr sieht die aktuelle Nachfrage trotz der Erholungstendenzen noch immer auf Krisen-Niveau: Verglichen mit dem Vorjahr gehe das Geschäft zwar nur noch um zwei Prozent zurück - und nicht mehr wie im Jahr zuvor um 20 Prozent. Wer aber behaupte, dass Krise schon vorbei sei, "der verwechselt die erste und zweite Ableitung der Nachfragekurve", so Spohr.

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