Frachtgeschäft
Lufthansa bremst in der Frachtsparte

Die Fluggesellschaft Lufthansa wird angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise ihre Kapazitäten im Frachtgeschäft anpassen. So sollen nach Informationen aus Branchenkreisen Transportaufträge, die bislang über den Charterpartner World Airways geflogen wurden, künftig an die chinesische Tochter Jade Cargo gehen.

FRANKFURT. Jade Cargo ist ein Joint-Venture der Lufthansa mit Shenzen Airlines. Ein Sprecher von Lufthansa Cargo wollte die Informationen auf Anfrage nicht kommentieren. Lufthansa Cargo, mit einem Jahresumsatz von zuletzt 2,74 Mrd. Euro eine der weltweit größten Fracht-Airlines, leidet wie die gesamte Branche seit einigen Monaten unter einer stark gesunkenen Nachfrage. So ist das von der Kranich-Airline geflogene Frachtvolumen im November um 6,7 Prozent eingebrochen. Eigentlich gelten die letzten drei Monate eines Jahres im Cargo-Bereich wegen des Weihnachtsgeschäfts als die stärksten. Doch das weltweite Luftfrachtaufkommen ist nach Angaben der Weltluftfahrtorganisation IATA im Oktober um 7,9 Prozent gesunken. „Das Schlimmste wird noch kommen", befürchtet IATA-Chef Giovanni Bisignani.

Kommt es zur Verlagerung, würde World Airways vorerst drei an die Lufthansa gegebenen Maschinen zurücknehmen müssen. Ob es neben der Verlagerung weitere Maßnahmen geben wird und sogar Flugzeuge der eigenen, 19 MD 11 umfassenden Frachtflotte am Boden bleiben sollen, ist derzeit nicht bekannt.

Lufthansa wäre nicht die erste Airline, die auf die sinkende Frachtnachfrage reagiert. Erst jüngst hatten etwa Cathay Pacific, Singapore Airline oder Korean Airlines angekündigt, Frachtflieger am Boden stehen zu lassen. Besonders hart sind die Charter-Gesellschaften wie World Airways von der Krise betroffen. Sie verlieren als erste ihre Aufträge von Seiten der großen Airlines. So hat etwa die saudische Etihad Airways erklärt, ihr gechartertes Fluggerät an World Airways zurückgeben zu wollen. „Ich würde nicht ausschließen, dass World Airways den Gläubigerschutz unter Chapter 11 beantragen wird“, sagte Dirk Steiger, Chef der auf den Cargomarkt fokussierten Beratungsgesellschaft Aviainform, dem Handelsblatt.

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