Frachtpreise auf Talfahrt: Reeder haben nichts vom Billig-Öl

Frachtpreise auf Talfahrt
Reeder haben nichts vom Billig-Öl

Der tief gefallene Ölpreis müsste in der Schifffahrt eigentlich für Freude sorgen. Doch für die Reeder ergibt sich ein großes Problem: Die Frachtpreise brechen ein und machen viele Routen unrentabel.

HamburgWenn Reeder in diesen Tagen ihre Tankrechnungen bezahlen, haben sie ein Lächeln im Gesicht. Denn die 6000 Tonnen Schweröl, die ein Schiff mit Platz für 13.000 Standardcontainer für die Reise nach Fernost und zurück nach Europa im Schnitt bunkert, kosten mittlerweile weniger als eine Million Dollar.

Vor einem Jahr mussten die Schiffseigner für die Tonne Schweröl noch 500 bis 600 Dollar zahlen, heute sind es zwischen 130 und 160 Dollar. Doch die Freude hält sich in Grenzen: die Frachtpreise sind im freien Fall, viele Unternehmen verdienen deshalb kaum etwas.

Wegen der schwächelnden Konjunktur Chinas und anderer großer Schwellenländer ist das Angebot viel größer als die Nachfrage. Die Folge: Der Transport eines Standardcontainers von Shanghai nach Europa kostete Anfang Februar im Schnitt 431 Dollar, 60 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Von Chinas Hafenmetropole nach Santos in Brasilien sanken die Frachtraten sogar um 85 Prozent auf 113 Dollar. „Da noch Gewinne einzufahren, ist extrem schwierig“, sagt Thomas Wybierek, Experte für maritime Wirtschaft bei der NordLB.

Die deutsche Handelsflotte umfasst laut Reedereiverband gut 3000 Schiffe, die Hälfte davon Containerschiffe. Mit rund 86.000 Beschäftigten, 62.000 davon auf See, machten die Reeder zuletzt noch einem Umsatz von 21 Milliarden Euro.

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