Frachtraten
Container-Reeder schöpfen Hoffnung

Erstmals seit langem fahren die meisten Frachter auf der wichtigen Ost-West-Route wieder profitabel. Der Abschied der Commerzbank aus der Schiffsfinanzierung kam daher womöglich zur falschen Zeit.
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Die Frankfurter Commerzbank verabschiedet sich möglicherweise zur unpassenden Zeit aus ihrem 20 Milliarden Euro schweren Geschäft mit der Schiffsfinanzierung. Nachdem die weltweit führenden Container-Reedereien wie Maersk, CMA CGM oder Hapag-Lloyd zuletzt hohe Verluste einfuhren, gibt es jetzt zum ersten Mal seit zwei Jahren Aussicht auf Besserung.

"Weil sich seit März die Frachtraten verdreifachten", berichtete die maritime Marktforschung Drewry, "arbeiten die meisten Schiffslinien auf den wichtigen Ost-West-Routen jetzt oberhalb der Gewinnschwelle." Als Grund für den Preisanstieg nennt Drewry die Selbstverpflichtung der Reeder, die Preise nicht gegenseitig zu unterbieten.

Den Anfang hatte Marktführer Maersk zum Jahreswechsel gemacht. Nachdem der dänische Konzern seine Dumpingofferten aufgegeben hatte, mit denen sich nicht einmal mehr der Schiffsdiesel zahlen ließ, zogen in den letzten Wochen viele Wettbewerber nach. Hält der brüchige Waffenstillstand bei den Frachtpreisen, könnte die Branche dieses Jahr mit einem Gesamtergebnis zwischen minus 1,3 und plus 1,8 Milliarden Dollar davonkommen.

2011 hatten die Container-Reedereien zusammen noch einen Verlust von sechs Milliarden Dollar eingefahren. Anlegerfonds, denen die Schiffe meist gehören, dürfen wegen der Markterholung auf höhere Charterraten hoffen. Für Fremdkapitalgeber wie die Commerzbank sinkt damit das Kreditrisiko. Die Reedereien müssten sich dazu jedoch, mahnen die Drewry-Analysten, in den nächsten 18 Monaten mit Schiffsbestellungen zurückhalten.

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