Frachtsparte will wachsen
Lufthansa Cargo ist auf Partnersuche

Die Frachtsparte der Lufthansa will mit einer Fluggesellschaft außerhalb der eigenen Gruppe kooperieren. Die Zusammenarbeit soll Kosten sparen. Eine wichtige Entscheidung verschiebt der Konzern aber.
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FrankfurtLufthansa Cargo sucht angesichts des harten Wettbewerbs in der Luftfrachtbranche den Schulterschluss mit starken Partnern. Im Sommer werde die Kooperation mit einer anderen Airline besiegelt werden, sagte Unternehmenschef Karl Ulrich Garnadt am Dienstag. Kommendes Jahr sollten die Verhandlungen mit einem weiteren Partner unter Dach und Fach gebracht werden. „Ziel ist es, Kosten zu sparen.“

Zudem könne die Fluglinie mit dem Schritt ihr Streckennetz erweitern oder etwa die Frachtabfertigung vor Ort gemeinsam mit den Partnern nutzen. Details und Ausmaß der Zusammenarbeit werde die Lufthansa von Fall zu Fall mit den jeweiligen Partnern individuell festlegen. Die Namen der potenziellen Partner wollte Garnadt nicht verraten.

„Die Idee dafür habe ich aus einer meiner vorherigen Position bei der Lufthansa“, sagte er. Vor dem Chefposten bei der Fracht-Airline arbeitete er viele Jahre im Passagiergeschäft der Kranich-Gesellschaft und schmiedete dort etwa ein Gemeinschaftsunternehmen für die umsatzstarken Rennstrecken über den Atlantik. Partner sind die US-Fluglinie United Airlines und Air Canada. „Was im Passagiergeschäft funktioniert, sollte auch bei Cargo klappen, auch wenn es schwieriger aufzubauen ist.“

In die Passagiersparte, die neben der Lufthansa selbst auch den Billigableger Germanwings umfasst und mehr als die Hälfte des Konzern-Jahresumsatzes von 30 Milliarden Euro stellt, kehrt Garnadt bald wieder zurück. Ende April übernimmt er die Leitung des Geschäfts von Carsten Spohr, der wiederum die Nachfolge des scheidenden Konzernchefs Christoph Franz antritt.

Garnadt sucht Anschluss in der Branche, um Lufthansa Cargo für den Wettbewerb mit schnell wachsende Fluglinien wie Emirates oder Turkish Airlines zu rüsten. Die Konkurrenten stocken ihre Frachtkapazitäten derzeit massiv auf. Der Effekt machte sich voriges Jahr in der Bilanz der Deutschen bemerkbar: Der operative Gewinn brach um ein Viertel auf 77 Millionen Euro ein. Dieses Jahr werde deutlich mehr erwartet.

Garnadt gründet seinen Optimismus neben Kostensenkungen auf neue und spritsparende Flugzeuge. Die Airline hat fünf Frachtflieger des Typs 777F von Boeing gekauft, die seit ein paar Monaten in Dienst gestellt werden. Die Entscheidung über den Kauf einer weiteren Maschine sei angesichts der unsicheren Frachtkonjunktur um ein Jahr auf den Herbst 2015 verschoben worden, sagte Garnadt. Derzeit hat die Lufthansa-Tochter fünf Optionen für die nach Listenpreis jeweils 300 Millionen Dollar teuren Flugzeuge.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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