Frachtverkehr in Deutschland
LKW auch auf der Schiene im Stau

Er galt als umweltschonende Alternative zu den Drecksschleudern auf der Straße. Doch jetzt gerät der Schienenverkehr an seine physischen Grenzen. Spediteure steigen wieder auf ihre LKW's um. Droht die Rolle rückwärts?

FRANKFURT. Der stürmisch wachsende Güterverkehr in Europa verursacht nicht nur Dauer-Staus auf der Autobahn, sondern bringt mehr und mehr auch die Kapazitäten der Schiene an ihre Grenzen. Betroffen ist davon ein Verkehrszweig, der seit Jahren als Hoffnungsträger zur Entlastung von Straßen und Umwelt gefeiert wird - der Kombinierte Verkehr, der komplette LKW, Sattelauflieger und Container mit der Bahn befördert. Vor allem auf Langstrecken quer durch Europa, so Robert Breuhahn, Geschäftsführer der Kombiverkehr KG, Frankfurt/Main, sei eine "desolate Leistungsqualität" auf der Schiene zu beobachten. Deshalb würden bereits viele Spediteure wieder auf den Straßentransport umsteigen.

Breuhahn nutzte die Gesellschafterversammlung des Marktführers im Kombinierten Verkehr - dessen Kommandisten sind 230 Spediteure und zu 50 Prozent die Deutsche Bahn-Tochter DB Mobility Logistics - zu einer knallharten Abrechnung. Auf den Achsen nach Ungarn, Spanien und Österreich komme es seit einigen Monaten "zu einem spürbaren Verkehrsrückgang" auf der Schiene.

Neben einer auch bei den innerdeutschen Verbindungen festzustellenden wachsenden Unpünktlichkeit seien auf den internationalen Strecken die Abläufe häufig unberechenbar geworden, sagte Breuhahn. Da bei den Preisen häufig die "Schmerzgrenze überschritten" werde, stimme das Preis-/Leistungsverhältnis nicht mehr. Hinzu komme, dass zu geringe Kapazitäten in den Terminals und auf den Bahnstrecken die wachsende Nachfrage nicht mehr befriedigen könnten. Ursachen seien auch die zahlreichen Baustellen im Schienennetz.

Seite 1:

LKW auch auf der Schiene im Stau

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%