Franz‘ letzte Bilanz: Lufthansa muss jetzt durchstarten

Franz‘ letzte Bilanz
Lufthansa muss jetzt durchstarten

Deutschlands größte Fluggesellschaft steckt mitten im Umbau. Die Gewinne gehen weiter zurück. Vorstandschef Franz übergibt bald an Kronprinz Spohr, der vollenden muss: 2014 wird das entscheidende Jahr für die Lufthansa.
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FrankfurtBei einem normalen Konzern würde es für reichlich Unruhe sorgen, wenn das Jahresergebnis um drei Viertel einbricht. Doch in der Luftfahrt ist nichts normal und bei der Lufthansa derzeit schon mal gar nicht. Das zeigt sich bereits daran, dass sich Deutschlands größte Fluggesellschaft in ihrem Geschäftsbericht dazu gezwungen sieht, den operativen Gewinn gleich zweimal auszuweisen: „Normalisiert“ nennt die Lufthansa den zweiten, aus ihrer Sicht um Extrakosten bereinigten, Wert. Und der ist im abgelaufenen Jahr immerhin um mehr als 60 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro gestiegen.

Angesichts der Lage der Lufthansa mitten im Umbau gilt es daher trotzdem als Erfolg, dass der Gewinn unterm Strich von 1,23 Milliarden auf 313 Millionen Euro zurückgegangen ist. Denn damit übertraf die Airline sogar die Erwartungen der Analysten.

Die Börse jubelte am Donnerstag über den Einbruch: In Frankfurt schossen die Aktien des Luftfahrt-Unternehmens zwischenzeitlich um mehr als sieben Prozent nach oben. Den Anteilseignern hatte die Lufthansa das Ergebnis mit einer Dividenden-Ankündigung von 0,45 Euro je Aktie schmackhaft gemacht, nachdem die Gewinnbeteiligung im Vorjahr ausgeblieben war.

Der Mann, der den Umbruch bei der Lufthansa eingeleitet hat, zog am Donnerstag am Frankfurter Flughafen ein letztes Mal Bilanz. Vorstandschef Christoph Franz geht Ende April nach gut drei Jahren an der Spitze von Bord und nimmt in einem First-Class-Sitz in der Schweiz Platz: Der Manager wird Verwaltungsratspräsident beim Pharmakonzern Roche. Für die Lufthansa kommt der Wechsel zu früh, so viel ist klar. Denn der angestoßene Umbau im Rahmen des Sparprogramms „Score“ ist noch längst nicht abgeschlossen. Franz hinterlässt seinem Nachfolger und bisherigen Chef des Passagiergeschäfts Carsten Spohr eine Reihe von Baustellen.

Aktuell auffällig ist da zum Beispiel, dass der Lufthansa-Konzern im vierten Quartal zwar operativ mit 36 Millionen Euro in die schwarzen Zahlen geflogen ist, das Passagiergeschäft mit Lufthansa und der Billigtochter Germanwings jedoch ein Minus schrieb. In diesem Kerngeschäft gab es einen operativen Verlust von 35 Millionen Euro zu beklagen. Dafür gebe es keinen speziellen Grund, sagte Franz. „Alle europäischen Airlines machen ihre Gewinne im Sommer“, so der scheidende Chef. Laut Finanzvorstand Simone Menne schlugen bei Germanwings im vierten Quartal allein 70 Millionen Euro an Projektkosten durch.

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