Französische Carrefour gibt elf Warenhäuser an britischen Konkurrenten Tesco ab
Carrefour gibt in Tschechien auf

Die Konsolidierungswelle im osteuropäischen Einzelhandel hat zum ersten Mal einen Weltkonzern erfasst: Der französische Handelsriese Carrefour, nach Wal-Mart die Nummer zwei der Branche, zieht sich aus Tschechien und der Slowakei zurück.

DÜSSELDORF. Die Franzosen einigten sich mit ihrem britischen Konkurrenten Tesco auf ein Tauschgeschäft. Tesco bekommt von Carrefour elf tschechische und vier slowakische SB-Warenhäuser und gibt als Gegenleistung das eigene Filialnetz in Taiwan ab, das sechs Einkaufszentren umfasst. Die verbleibende Wertdifferenz von 57 Mill. Euro bezahlen die Briten allerdings in bar.

Während die weltweit größten Handelskonzerne in immer neue osteuropäische Staaten vordringen, ist in Tschechien das Gerangel um die Marktführerschaft längst in vollem Gang. Erst Anfang August übernahm der finanzschwache niederländische Ahold-Konzern 67 Supermärkte von der österreichischen Julius-Meinl-Gruppe, um sich mit einem Umsatz von 1,31 Mrd. Euro knapp vor den bisherigen Spitzenreiter Metro, der 1,29 Mrd. Euro erlöst, zu schieben. Tesco schafft es durch die Übernahme in Tschechien lediglich vom fünften auf den dritten Platz, obwohl die Briten durch den Deal rund 300 Mill. Euro an Umsatz hinzu gewinnen.

Von weitgehend fehlendem Wettbewerb wie in Russland oder der Ukraine, wo die großen Konzerne wegen der Unterversorgung leichtes Spiel bei ihrer Expansion haben, können Händler in Tschechien, aber auch in Ungarn und Polen nur noch träumen. Eher mühsam kam bislang der Neckarsulmer Discounter Lidl in Tschechien voran, weil die dortigen Platzhirsche ihre Lieferanten bedrängten, den ungeliebten Billig-Anbieter zu boykottieren. Bei Wettbewerber Aldi Nord, der seit über einem Jahr den Markteintritt vorbereitet, wartet die Branche seit langem vergeblich auf ein Startzeichen. Angeblich müht sich auch Edeka, seine 40 Märkte in Tschechien loszuwerden.

Schon jetzt kommen in Tschechien auf 1 000 Einwohner 131 Quadratmeter Verkaufsfläche, was Tschechien einen Spitzenplatz im ehemaligen Ostblock verschafft. Selbst in Holland oder Großbritannien sind die Verhältnisse kaum anders, Russlands oder Bulgariens Verbraucher müssen sich dagegen mit weniger als 40 Quadratmetern begnügen.

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