Französische Compagnie Europeenne de Wagons kauft VTG
Bahn geht bei Tui-Eisenbahntochter leer aus

Der Reisekonzern TUI hat seine Eisenbahntochter VTG an die französische Compagnie Europeenne de Wagons verkauft.

HB BERLIN. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte TUI am Montag mit. Der Abschluss der Transaktion, die noch von den Kartellbehörden genehmigt werden muss, werde für Ende September erwartet. „Mit diesem Schritt haben wir die Fokussierung unserer Logistik-Aktivitäten auf die Schifffahrt zügig abgeschlossen und können durch den Verkauf unsere Nettoverschuldung um rund 400 Millionen Euro zurückführen“, sagte TUI-Chef Michael Frenzel.

Die französische Gesellschaft gehört zu einem Fonds, der von der Investmentgesellschaft IPE-Ross verwaltet wird. Die Deutsche Bahn war ebenfalls an einem Kauf von VTG interessiert gewesen.

Der Wert von VTG wird von Kennern in der Bahn auf 500 bis 800 Millionen Euro geschätzt. Tui hatte angekündigt, VTG noch im ersten Halbjahr 2005 verkaufen zu wollen. VTG verfügt über 46 000 Kessel- und Eisenbahngüterwagen und ist nach eigenen Angaben der größte private Vermieter in diesem Bereich in Europa. Die Unternehmenssparte, die zur 100-prozentigen TUI-Tochter Hapag-Lloyd in Hamburg gehört, erzielte 2003 einen Umsatz von 400 Millionen Euro. Der operative Gewinn lag bei 15,7 Millionen Euro.

Die staatlichen Bahnen haben vor allem ein strategisches Interesse an VTG, da die wachsende Konkurrenz der Privatbahnen stark auf die Waggons angewiesen ist. Das Mieten von Loks und Waggons ist für kleinere Bahnen besonders wichtig, da sie nicht solche Stückzahlen wie etwa die Bahn AG bei der Industrie bestellen können und daher nur schwer an eigene Transportfahrzeuge kommen.

Im Güterverkehr in Deutschland hatten die Privatbahnen im vergangenen Jahr - allerdings von einem sehr geringen Niveau aus - kräftig an Transportmengen gewonnen. Die Deutsche Bahn hält allerdings immer noch gut 90 Prozent der Marktanteile. Der Verkauf der VTG - ob an Deutsche Bahn oder SNCF - gilt daher auch kartellrechtlich als schwierig.

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