Französischer Handelsriese Pinault-Printemps-Redoute verliert bei Umsatz und Betriebsergebnis
Gucci verdient, der Mutterkonzern darbt

Das florierende Geschäft der Konzerntochter Gucci reicht offenbar nicht aus, den französischen Handelsriesen Pinault- Printemps-Redoute SA (PPR) auf Kurs zu halten.

cs DÜSSELDORF. Die Halbjahreszahlen des Konzerns, die Vorstandschef Serge Weinberg am Donnerstag vorlegte, enttäuschten die Börse. Grund dafür war nicht nur das Betriebsergebnis, das um zwei Prozent absackte und mit 569 Mill. Euro die Prognose der Analysten verfehlte. Auch der Unternehmensgewinn in den ersten sechs Monaten fiel weitaus dürftiger aus als erwartet.

Zwar kletterte das Nettoergebnis von 118 Mill. auf 191 Mill. Euro. Wegen des Verkaufs eines Anteilspakets am Kreditfinanzierer Finaref, der allein schon 195 Mill. Euro in die Kasse brachte, hatten die Analysten aber mit deutlich mehr gerechnet. Schon vor wenigen Wochen hatte PPR angekündigt, der Halbjahresumsatz sei auf Grund der Verkäufe von Unternehmensteilen um 7,4 Prozent auf 11,37 Mrd. Euro gesunken. Entsprechend gehörte die Aktie mit einem Minus von rund fünf Prozent gestern zu den stärksten Verlierern an der Pariser Börse.

Die enttäuschenden Zahlen lassen bei Analysten wie David Jeary von der CSFB Zweifel an Weinbergs Strategie wachsen, den einstigen Gemischtwarenladen PPR konsequent auf den Einzelhandel und das Luxusgeschäft auszurichten. Allein im ersten Halbjahr nahm der Konzern Abschreibungen auf seine Luxussparte in Höhe von 148 Mill. Euro vor, verbuchte Restrukturierungsaufwendungen für Gucci in Höhe von 51 Mill. Euro und bildete Rückstellungen für die Sanierung der Juweliersparte Boucheron. Weil PPR im Mai den Aktienanteil bei Gucci von 67,7 auf 99,4 Prozent aufstockte, schoss die Konzernverschuldung zudem von 5,5 Mrd. auf 7,9 Mrd. Euro. Zum Vergleich: An der Börse wird PPR gerade einmal mit 8,8 Mrd. Euro bewertet.

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