Französischer Marktführer mit gesunder Bilanz
Gaz de France strebt an die Börse

Heute beginnt die Zeichnungsfrist für die Aktien des staatlichen Gasversorgers Gaz de France (GDF) – einer der größten Börsengänge dieses Jahres in Europa. Der französische Ex-Monopolist will dabei sein Kapital um eine bis 1,5 Mrd. Euro erhöhen. Der französische Staat will sich von bis zu 20 Prozent des Kapitals trennen, was ihm zwei bis 2,5 Mrd. Euro an Einnahmen bescheren dürfte. Der Gesamtwert von GDF wird zwischen 22 und 30 Mrd. Euro geschätzt.

PARIS. Analysten bescheinigen dem Verkauf der GDF-Aktien gute Aussichten auf Erfolg, denn GDF präsentiert sich in guter Verfassung: Das Unternehmen ist mit 80 Prozent Anteil bei weitem Marktführer in Frankreich und ist einer der größten Gasanbieter Europas. „Gaz de France ist der einzige europäische Akteur, der in allen Bereichen des Gasgeschäfts präsent ist“, heißt es in einer Studie des Brokers Cheuvreux. GDF fördert, lagert, transportiert und verkauft Gas. Das Unternehmen hat derzeit 11 Mill. Kunden in Frankreich und 1,6 Mill. im Ausland.

Die Bilanz ist kerngesund: 10,6 Mrd. Euro Eigenkapital stehen Netto-Schulden von nur 4,4 Mrd. Euro gegenüber. „Gaz de France braucht keine Finanzierung über die Börse“, monieren daher die französischen Gewerkschaften und auch einige Analysten fragen sich, was Gaz de France mit all dem Geld vorhat.

„Die Welt der Energie verändert sich, wir müssen wachsen“, entgegnet ihnen Gaz-de-France-Chef Jean-François Cirelli in einem Zeitungsinterview. In den nächsten vier Jahren will das Unternehmen 17,5 Mrd. Euro investieren.

Gaz de France muss sich ab 2007 vollständig im Wettbewerb behaupten, ab diesem Datum dürfen in Frankreich auch Privatkunden ihren Gasanbieter frei auswählen. Um die Abhängigkeit vom Frankreich-Geschäft, das 71 Prozent vom Umsatz ausmacht, zu senken, will Cirelli in europäischen Märkten zukaufen. 2002 erwarb GDF bereits 25,5 Prozent an der slowakischen SPP und kaufte die deutsche Preussag Energie.

Außerdem will der GDF-Chef den Zugang zu eigenen Gasvorkommen ausbauen. Derzeit verfügen die Franzosen über ein Portfolio, das fünf Prozent ihres Verkaufs abdeckt. Diese Quote soll auf 15 Prozent aufgestockt werden. Darüber hinaus will GDF in den schnell wachsenden Markt für Flüssiggas investieren.

Drittens steht die Diversifizierung auf Cirellis Agenda. Er will seinen Kunden nicht nur Gas, sondern auch Strom anbieten. Das Unternehmen verfügt bereits über erste Stromkapazitäten; das Volumen des Stromverkaufs soll mittelfristig auf 60 Mrd. Kilowatt-Stunden versechsfacht werden.

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