Französischer Werbekonzern installiert neue Führung in Deutschland
Zukäufe sollen Werbekonzern Publicis wachsen lassen

Der französische Werbekonzern Publicis, Nummer vier der Welt, plant weitere, gezielte Zukäufe. „Wir wollen uns vor allem im Bereich Marketing Services verstärken, hierbei vor allem bei Customer Relation in den USA. Zudem wollen wir uns in allen Sektoren in den Entwicklungsländern verstärken“, sagte Publicis-Chef Maurice Lévy zum Handelsblatt.

HB PARIS. Eine neuen Mega-Fusion plant Publicis nicht. Die Franzosen hatten im Jahr 2002 den US-Konzern Bcom3 für 2,2 Mrd. Euro übernommen und stiegen damit zur Nummer vier weltweit auf. Die nun geplanten Akquisitionen würden in der Größenordnung von 100 bis 300 Mill. Euro liegen, sagte Lévy.

In Deutschland hat Publicis mit Manfred Schöller, der von Springer und Jacoby kommt, als Vorstandsvorsitzendem und mit dem Unternehmensberater Roland Berger als Aufsichtsratschef jüngst eine neue Führung installiert. Diese soll vor allem mehr Werbemandate von deutschen Großkonzernen hereinholen.

Zudem hat Publicis derzeit Ärger mit dem deutschen Kartellamt. Der französische Konzern will seine deutschen Töchter für den Werbeflächeneinkauf in eine Einkaufsgemeinschaft mit der Media-Agentur von Wettbewerber Omnicom einbringen. Die gemeinsame Gesellschaft Merlion soll der Fusion WPP/Grey bei der Media-Vermarktung Paroli bieten. Doch das Kartellamt hat das Projekt vorerst gestoppt.

„Die Verhandlungen laufen. Wir arbeiten daran, dem Kartellamt zusätzliche Details und weitere Klar-stellungen zukommen zu lassen, um zu eine positive Entscheidung zu erreichen“, sagte Lévy. Welche Bedingungen das Kartellamt für eine Genehmigung stellt und womit Publicis die Behörde überzeugen will, sagte er nicht. Eine endgültige Entscheidung soll bis Ende Juni fallen.

Gestern legte der Konzern seine 2004er Ergebnisse vor: Mit einem Betriebsergebnis von 590 Mill. Euro (plus 6,7 Prozent) und einer Marge von 15,4 Prozent hat Publicis die Erwartungen des Marktes übertroffen. 2004 hatte Publicis neue Mandate von insgesamt 3,5 Mrd. Euro erhalten, etwa von Procter & Gamble. Im Januar und Februar seien neue Budgets von 680 Millionen Euro dazu gekommen.

Für das Jahr 2005 erwartet Lévy ein Wachstum des Weltwerbemarktes von drei bis 3,5 Prozent. Damit zeigt er sich vorsichtiger als der Wettbewerber Havas, dessen Chef Alain de Pouzilhac mit fünf Prozent rechnet. Publicis soll auch 2005 schneller als der Markt wachsen. Das Unternehmen bestätigte sein Margenziel von 17 Prozent bis zum Jahr 2008 - was Analysten für eine konservative Schätzung halten.

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